Was lange währt...

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Nach zehnjähriger Planung beginnen nun die Arbeiten am Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Wesel und Drevenack

Kreis Wesel.. Was lange währt, wird endlich gut. Wohl kaum eine Redewendung passt besser, wenn es um den Radweg auf der alten Bahntrasse zwischen Xanten und Haltern geht. Seit Jahren baut der Regionalverband Ruhr (RVR) die Strecke Stück für Stück aus, nun kann es endlich auch in Wesel losgehen. Statt eines ersten Spatenstichs machten sich RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Michael Düchting von der Entwicklungsagentur Wirtschaft (EAW) des Kreises, Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und ihr Hünxer Kollege Hermann Hansen gestern mit der Säge ans Werk, denn als erstes muss die Strecke von Obrighoven bis Drevenack nun freigelegt werden.

Verhandlungen mit der Bahn

Seit zehn Jahren schon habe die Idee im Raum gestanden, auch das Weseler Teilstück der Route ausbauen zu lassen, erinnerte Ulrike Westkamp. Die SPD-Ratsmitglieder Peter Tebbe und Wilhelm Bußmann hatten damals einen entsprechenden Antrag gestellt. Doch die Verhandlungen mit der Bahn waren zäh und schwierig. Auch Fragen rund um den Denkmalschutz mussten geklärt werden, die alten Gleisanlagen zwischen Wesel und Drevenack sind nämlich noch vorhanden und als Baudenkmal gesichert. „Natürlich spielte immer auch das Geld eine Rolle“, sagte die Weseler Bürgermeisterin. Letztendlich habe man aber alle „formalen Hindernisse“ aus dem Weg räumen können.

Mit dem Freischnitt der Trasse wird nun begonnen. Anders als auf anderen Abschnitten entsteht der 5,5 Kilometer lange Radweg zwischen Wesel und Drevenack nicht auf dem alten Gleisbett, sondern parallel dazu. Nur auf einer kurzen Strecke von 550 Metern darf der RVR die alten Gleise zurückbauen.

Drei Meter breit soll der Weg werden, versehen mit einer Deckschicht aus gebrochenem Natursteinmaterial. In Teilabschnitten der Strecke, die als besonders naturschutzwürdig gelten, werden für die Tragschicht Sand-Kies-Gemische oder nur Sand verwendet. In diesen Abschnitten soll der Radweg zwei Meter breit werden. Wie auch auf den bereits fertigen Bauabschnitten werden Kreuzungen mit rotem Pflaster gestaltet.

Nicht für Reiter

Die Strecke soll im Herbst 2012 fertig sein, Reiter dürfen sie übrigens nicht nutzen. Der Reitweg zwischen Underbergsheide und der Straße Am Reitplatz, der parallel verläuft, soll laut RVR saniert werden.

Rund 920 000 Euro kostet die Baumaßnahme. 75 Prozent davon finanziert das Land Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des kommunalen Radwegebaus. 25 Prozent zahlt der RVR aus Eigenmitteln. Nach Fertigstellung übernehmen die Stadt Wesel und die Gemeinde Hünxe die Pflege, Unterhaltung und Verkehrssicherung der Strecke.

Der Radweg zwischen Haltern und Xanten sei eine „bombige Idee“, lobte Hünxes Bürgermeister Hermann Hansen das Projekt. Es sei neben schönen Strecken und toller Natur vor allem die Vernetzung verschiedener Routen, die das Radwegenetz der Region so attraktiv mache.

 
 

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