Was aus Café Ostermann werden soll

Präsentierten im Beisein von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Pläne für das Eckhaus an der Brückstraße/Dimmerstraße: Ingo Ritter (links) und Friedrich-Wilhelm Häfemeier (rechts) von der Verbands-Sparkasse sowie Architekt Otfried Jäger.
Präsentierten im Beisein von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp die Pläne für das Eckhaus an der Brückstraße/Dimmerstraße: Ingo Ritter (links) und Friedrich-Wilhelm Häfemeier (rechts) von der Verbands-Sparkasse sowie Architekt Otfried Jäger.
Foto: WAZ FotoPool
Unter dem Namen Ostermann war es ein Begriff, später auch als Dom-Café. Dann waren die Zeiten von Konditorei und Kaffee-Genuss vorbei. Wann endlich kommt was Neues, fragten viele Weseler. Die Antwort: In einem Jahr. Die Verbands-Sparkasse und Architekt Otfried Jaeger stellten Pläne vor.

Wesel.  „Ein Wunderwerk“, schwärmte Dagmar Ewert-Kruse und meinte das, was erst noch entstehen soll: Die Umgestaltung des früheren Dom-Cafés, das einst als Café Ostermann bekannt war. Gestern wurde das Geheimnis gelüftet, das die Verbands-Sparkasse nach dem Erwerb des Gebäudes genährt hatte. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative Historisches Rathaus hat großes Interesse an der Gestaltung dieser exponierten Hauses quasi als Tor zum Großen Markt. Der Immobilien- und Standortgemeinschaft Dom-Viertel geht es ebenso, und als ihr Vertreter war auch Max Trapp „absolut überzeugt“ von dem, was Architekt Otfried Jaeger gemeinsam mit Sparkassen-Chef Friedrich-Wilhelm Häfemeier vorstellte. Nach den Sommerferien soll mit dem Umbau begonnen werden.

1915 erbaut, im Krieg zerstört, danach in schlichter Form wieder errichtet - das Eckhaus an der Brückstraße/Ecke Dimmerstraße. In rund einem Jahr wird es kaum wieder zu erkennen sein. Aufgeteilt in mehrere Flächen und Giebel, entstehen optisch quasi statt einem mehrere Häuser, wird eine „senkrechte Fassadenordnung“ hergestellt. Einzelne Elemente wie das zur Dimmerstraße gelegene Treppenhaus werden dabei markant abgesetzt.

Putz und Klinker

Helle Putzflächen wechseln ab mit roten, durch Verzierungen aufgelockerten Klinker-Flächen. Die Arkaden auf der einen Seite des Baus erhalten so eine ganz andere Wirkung als bisher. Schlanke Fenster strecken den Komplex in die Höhe, der mit seinem Doppelgiebel und neuem Dach zugleich mehr nutzbaren Raum erhält. Das Gebäude solle dem besonderen Ort wieder eine Identität geben und dem Auge eine spannende Entdeckungsreise ermöglichen, so der Architekt.

Nach den früheren Diskussionen über den Großen Markt und den Erlass einer Gestaltungssatzung finden sich Korrespondenzen zu den Gebäuden dort, aber auch zum Kornmarkt. Der Gestaltungsbeirat hat zugestimmt.

Für den ersten Stock gibt es Nutzer-Nachfragen von Ärzten und Rechtsanwälten. Darüber entstehen Wohneinheiten zur Miete - bis zu 17 Stück, von 30, hauptsächlich aber 50 bis 60 und in einem Fall über 100 Quadratmetern. Das sei aber noch variabel, sagt Häfemeier. Nach hinten raus gibt es „echte“, nach vorne „unechte“, so genannte französische Balkone. Energetisch sollen modernste Standards umgesetzt werden. Über die Technik der Heizung ist noch nicht entschieden.

Lebensmittel, keine Vollgastronomie

Die Barrierefreiheit inklusive Fahrstuhl sei ihr wichtig, so Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, und dass es keine Reklameflächen geben werde. Bedeutsam werde die noch nicht geklärte Nutzung der Fläche im Parterre mit 450 Quadratmetern sein. Eventuell könnte sie in drei Bereiche unterteilt und von verschiedenen Anbietern genutzt werden. Lebensmittel, vielleicht auch in Verbindung mit einem Café, lautet die Zielsetzung der Sparkasse als Bauherrin, die dem Objekt eine Magnetfunktion für den Bereich zuschreibt. „Eine Vollgastronomie wie am Kornmarkt wollen wir nicht“, so Häfemeier, der von einem Rohdiamanten spricht, der nun geschliffen werden solle.

Das Vorhaben sei vielleicht auch ein gestalterischer Ansporn für die Markt-Anrainer gegenüber der Trappzeile, meint Architekt Jaeger. Das Ergebnis müsse ja nicht so ausfallen wie sein Entwurf mit historischen Fassaden von 2006.

 
 

EURE FAVORITEN