Von Wesel aus in alle Welt

Wesel..  Ein Helm ist Pflicht, robustes Schuhwerk mit fester Sohle wäre absolut von Vorteil. Es ist feucht auf dem Boden an der Kippstation, überall Pfützen. Da ist es nicht weit bis zur ersten Erkenntnis der Betriebstour im Weseler Stadthafen, und die führt gradewegs zurück in den Chemieunterricht: Wo viel Salz ist, ist auch Wasser. Die nächste Frage, bitte. „Ist das das Salz, das wir auf unser Frühstücksei streuen?“, möchte ein Besucher wissen. Und es spricht für Rudolf Koß, technischer Geschäftsführer der Hülskens GmbH, dass er in diesem Moment NICHT grinst.

Wobei: Fragen sind erwünscht, und diese gehört vermutlich zu jedem Hülskens-Rundgang. Denn wir sind Laien, Nicht-Fachleute, und für die gilt auch jenseits der Tollen Tage Narrenfreiheit. Auf Einladung der CDU-Wesel ging es gestern mit rund 15 interessierten CDU-Mitgliedern durch die Hallen des Hafen-Anliegers. Man wolle sich durch Betriebsbesichtigungen wie diese ein Bild von der aktuellen Situation Weseler Unternehmen machen, erläutert CDU-Fraktionschef Jürgen Linz. „Wir schauen, wo der Schuh drückt, wo die Politik Unterstützung bieten kann.“ Mit dabei waren Hülskens-Geschäftsführer Jörg Hüting und der Technische Leiter der Firma, Dr. Rudolf Koß.

Es ist eng an der Kippstation, in der das Salz abgeladen wird, das die Lkw vom Salz-Förderer Esco in Borth nach Wesel transportieren. Man sei glücklich, das Geschäft an Land gezogen zu haben, zog Koß Bilanz; möglich wurde die Zusammenarbeit nicht zuletzt durch die neue Ortsumfahrung Büderich. Monatelang baute Hülskens am Stadthafen. Seit 2015 wird hier gearbeitet. Halle, Büros, Lager und Werkstatt liegen direkt nebeneinander, ein klarer logistischer Vorteil.

70 bis 80 Lkw täglich

Derweil sieht die Besuchergruppe an der Kippstation staunend zu, wie der Brummifahrer sein Fahrzeug rückwärts punktgenau zum Abladepunkt bugsiert. Eine Staubabsauganlage und eine Luftsperre wie am Kaufhauseingang verhindern, dass Salz durch die Gegend weht. Der Kipper hebt sich, rund acht Meter, Salz rieselt in den Trichter, verschwindet im Untergrund, landet schließlich auf dem Band einer eingehausten Förderanlage und gelangt so sauber und trocken auf das Schiff.

70 bis 80 Lkw mit Salz werden täglich abgeladen, rund 2500 Tonnen, das entspricht in etwa einer Schiffsladung. Über den perfekten logistischen Ablauf wacht ein Mitarbeiter via PC und Überwachungskameras. Zwei Arbeitskräfte sind für Hülskens im Stadthafen beschäftigt. Neben Salz wird Kies verladen, erläutert Koß weiter.

1,1 Millionen Tonnen betrug die Menge 2015 insgesamt, 500 000 Tonnen Salz und 650 000 Tonnen Kies und Sand. Allein durch das Ufergeld, das sich nach der Umschlagmenge richte, sei man für die Stadtwerke als Hafenbetreiber ein Großkunde, so Koß. Von 1,4 Millionen Tonnen, die 2015 umgeschlagen wurden, stemme Hülskens den Löwenanteil. Zurzeit hoffe man auf „intelligente Projekte“, um die Förderung von Kies und Salz auch künftig sicherzustellen, ergänzte Jörg Hüting. „Der Lippemündungsraum ist da ein Paradeprojekt.“

 
 

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