Von Minnesang und Biergenuss

Die Hanse-Gilde versammelte sich am historischen Ort - im Haupttor der Zitadelle.
Die Hanse-Gilde versammelte sich am historischen Ort - im Haupttor der Zitadelle.
Foto: Funke Foto Services
Hanse-Gilde hat viel vor in diesem, vor allem aber im kommenden Jahr des Stadtjubiläums. Dann laden die Hanseaten zu diversen, auch vergnüglichen Ausflügen in die Geschichte Wesels ein

Wesel..  „Wir kommen positiv voran, die Zahl der Mitglieder ist kontinuierlich gestiegen“, erklärte Gildemeisterin Ulrike Westkamp zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Hanse-Gilde Wesel in der angenehm kühlen Kasematte. 44 Hanseaten waren es bislang, während der Versammlung sollten drei weitere hinzukommen. Viele von ihnen haben am vergangenen Wochenende den westfälischen Hansetag in Lemgo besucht und dort den Staffelstab in Form einer Fahne feierlich überreicht bekommen. Denn anlässlich des 775. Stadtgeburtstages wird Wesel im kommenden Jahr den 33. westfälischen Hansetag ausrichten, für den Verein eine besondere Herausforderung.

Eine Stadt der Kneipen

Neben diesem Höhepunkt Ende Oktober, dessen Planungen demnächst anlaufen werden, wird es 2016 eine Reihe weiterer Aktivitäten geben. Im Mittelpunkt stehen vier Veranstaltungen, die unter dem Oberbegriff „Bierakademie“ zusammengefasst sind. Die Termine hierfür stehen noch nicht fest, wohl aber die Inhalte. Den Auftakt macht ein Vortrag mit dem Titel „Bierbrauen im Mittelalter“.

Dass Wesels Kneipenlandschaft vor 200 Jahren wesentlich ausgeprägter war als heute, wird am zweiten Abend der Reihe deutlich, dann wird über die „Entstehung von 150 Eckkneipen zur französischen Zeit“ gesprochen. Wie es dazu kommen konnte, erklärte Vereinssekretär Ludwig Maritzen: „Napoleon hatte den Schichtdienst eingeführt, somit durften die Menschen sich schon tagsüber in den Kneipen verköstigen. Diesem Bedarf musste man gerecht werden.“ Selber Bier brauen und die Besichtigung einer Brauerei sind die weiteren Studiengänge in der Bierakademie.

Mit dem Fund der toten Tochter eines Weinhändlers am Graben der Ostbastion beginnt ein Krimidinner unter dem Titel „Klara ist tot“, der Termin wird auch dafür noch bekannt gegeben. In diesem Jahr hingegen stehen die Termine fest. Am 26. Juli etwa möchten die Weseler Hanseleute am historischen Umzug in Emmerich teilnehmen. Die Führung „Kirchen, Klöster und Beginen“ mit anschließendem Pilgersüppchen in der Kasematte folgt am 27. August. Mit Minnesang und lustigen Liedern wird der Verein am 19. September die Weseler Kulturnacht bereichern, fünf Tage später bietet sich die Führung „Die Spanier erobern Wesel“ an, zu der am Abend stilecht Tapas und Rioja serviert werden.

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