„Viva Polonia“ - nichts Jeckes, aber was Leckeres

Violetta Schwendtfeger in ihrem neuen Restaurant.
Violetta Schwendtfeger in ihrem neuen Restaurant.
Foto: WAZ FotoPool

Wesel..  Bald erlebt der Karneval seine heiße Phase. „Viva Colonia“ wird dann wieder gesungen, vermutlich auch auf dem Kornmarkt. Und dann fällt der Blick vielleicht auf einen Schriftzug, der „Viva Polonia“ lautet.

Kein Schreibfehler: So heißt ein neues Restaurant. Das hat nichts mit Karneval zu tun, wohl aber mit Polen.

Pierogi und mehr

Violetta Schwendtfeger ist Polin — durch Heirat mit deutschem Namen. Aus Thorn stammt die 40-Jährige, die vor 20 Jahren nach Deutschland kam. Beruflich ist sie ihrer Mutter gefolgt, die Köchin war, und hat in Oberhausen als Küchenchefin gearbeitet. Bekannte in Wesel haben sie auf die Idee gebracht, sich hier selbstständig zu machen.

Die südeuropäische Küche hat bei uns längst Einzug gehalten, und nun folgt Osteuropa. Die Polen lieben Maultaschen - Pierogi. Die gibt es im „Viva Polonia“ in verschiedensten Variationen: mit Speck, russisch mit Kartoffeln und Quark oder auch mit Blaubeeren und Vanillesauce als Nachtisch. Eine gewisse Parallele zur deutschen Küche, die hier ebenfalls angeboten wird: Sauerkraut. Bigos ist ein Gericht, bei dem es mit Weißkohl, Fleisch und Zwiebeln vermengt wird. Gulasch mit Buchweizengrütze, Roggenmehlsuppe, Gurken und Rote Bete zählen ebenfalls zu den Bestandteilen polnischer Speisen, die Violetta „von Muttern“ mitgebracht hat. Dazu gibt es neben anderen Getränken inklusive internationaler Weine auch polnischen Wodka und ein polnisches Spitzenbier.

Ketrzyn im Blick

Erfreut hat die Wirtin festgestellt, dass die Städtepartnerschaft zwischen Wesel und dem polnischen Ketrzyn bereits seit zehn Jahren besteht. „Das wollen wir aufgreifen“, sagt sie. Etwa wenn Besucher aus der Partnerstadt in Wesel sind. Sie habe in der Sache Kontakt ins Rathaus aufgenommen.

16 Sitzplätze gibt es im „Viva Polonia“, das dem „Cheers“ an dieser Stelle folgt. Hinzu kommen Plätze an der Theke. Geöffnet ist dienstags bis samstags von 12 bis 22 Uhr.

Zu dem Namen kam es übrigens nicht wegen des Ohrwurms der „Höhner“. Jedenfalls nicht direkt. Der Kabarettist Steffen Möller griff den Liedtitel auf, als er ein Buch über die polnische Lebensweise herausgab. Er war damit Ideengeber. Vielleicht wird der Refrain im Weseler Karneval nun umgetextet...

 
 

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