Türmer sind am Ziel angekommen

Strommuseum in Schermbeck Damm eröffnet Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool
Strommuseum in Schermbeck Damm eröffnet Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool
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Schermbeck.. Das Strommuseum in der Dammer Trafostation wurde gestern eröffnet. Der Verein hat mittlerweile 200 Mitglieder. Die verregnete Schlüsselübergabe vor eineinhalb Jahren bedeutete aber kein schlechtes Omen für den Plan, den die Dammer Türmer umsetzen wollten.

Gestern, als das kleinste Strommuseum der Welt eröffnet wurde, gab es einen kurzen Schauer. Aber davon ließen sich die Türmer um Vereinsvorsitzender Hermann Göbel und die Gäste nicht abschrecken. Wie bei der Schlüsselübergabe wurden kurzerhand die Regenschirme aufgespannt.

Göbel erinnerte in seiner kurzen Ansprache an die Anfänge. Als bekannt wurde, dass der weiße Turm, von RWE über Jahrzehnte als Trafostation genutzt, abgerissen werden sollte, wurden Ideen gesponnen. Eines war den Dammern klar: Das Gebäude muss erhalten bleiben. Es folgte die Vereinsgründung und es wurde schon einiges erreicht. In der Anfangsphase, so Göbel, wurde gefragt, was man denn mit dem Turm machen, wie er genutzt werden sollte.

Eine Studentenbude

Kaminholz lagern, außen eine Kletterwand für Kinder anbringen, eine Studentenbude einrichten - all diese Vorschläge wurden verworfen. Die Idee mit dem Strommuseum überzeugte schließlich, weil es die Geschichte des Gebäudes aufgreift, so Göbel.

Bei der Gründungsversammlung waren zwölf Dammer dabei. Gestern wurde Günter Karasz das 200. Mitglied des Turmvereins, der sich auch als Heimat- und Geschichtsverein versteht. Er hatte mit einer Bemerkung während einer Schützenversammlung den Stein ins Rollen gebracht. Damals hatte er davon berichtet, das Unternehmen RWE wolle den Turm abreißen.

Ein Präsent vom Bürgermeister

Zur Eröffnung hatte der stellvertretende Schermbecker Bürgermeister Engelbert Bikowski ein Präsent dabei. Da er in seiner beruflichen Zeit für den Brandschutz verantwortlich war, hatte er noch einen Feuerlöscher zu Hause. Einen speziellen, für Elektrizität. Der werde, so Göbel, einen Ehrenplatz in dem Museum erhalten.

Mittlerweile ist der weiße Turm von der NRW-Stiftung als Museum anerkannt worden. Und nicht wenige wollen einen Blick hinein werfen. „Es gibt Anfragen von Radgruppen“, berichtet Elmar Venohr, Pressesprecher des Vereins. Nach Absprache soll das Museum künftig geöffnet werden . Daneben ist vorgesehen, den Turm einmal mit Monat für Besucher zugänglich zu machen.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Strommuseum in Recklinghausen hoffen die Dammer, Sonderausstellungen in den Turm holen zu können. Fest eingeplant ist eine Ladestation für Elektrofahrräder. Die werde, so Göbel, gemeinsam mit RWE am Turm installiert.

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