TLF 4000 schafft einen Wohnungsbrand ganz allein

Die Freiwillige Feuerwehr Wesel - Löschzug Stadtmitte - bekam ein neues Fahrzeug.
Die Freiwillige Feuerwehr Wesel - Löschzug Stadtmitte - bekam ein neues Fahrzeug.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Wesels Feuerwehr erhielt ein technisches Wunderwerk - teuer, aber es erspart teils den Einsatz weiterer Fahrzeuge. Getreu dem Motto: „Gott zu Ehr, dem Nächsten zu Wehr“ wurde der „TLF 4000“ vor seinem ersten Einsatz gesegnet.

Wesel..  Er ist 8,9 Meter lang, 3,24 Meter hoch und wiegt 18 Tonnen - der neue Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Wesel. In feierlichem Rahmen begrüßten rund 50 Feuerwehrkameraden des Löschzugs Stadtmitte den „TLF 4000“ offiziell im Dienst. Auch Kreisbrandmeister Udo Zurmühlen, einige Alterskameraden und hauptamtliche Kollegen waren dabei, als Bürgermeisterin Ulrike Westkamp den Schlüssel an Löschzugführer Wolfgang Schneider und den Leiter der Feuerwehr Wesel, Thomas Verbeet, übergab.

Das alte Fahrzeug nutzte die Freiwillige Feuerwehr seit 1982. „Es war jetzt wirklich an der Zeit, ein neues Fahrzeug anzuschaffen“, sagte die Bürgermeisterin. Die 410 000 Euro, die der „TLF 4000“ gekostet hat, habe die Stadt gern in die Hand genommen, „denn die Sicherheit geht über alles“, so Westkamp.

Wasser und Löschschaum

TLF bedeutet Tanklöschfahrzeug, die Zahl 4000 bezieht sich auf die Größe des Löschwassertanks. In das Weseler Modell passen sogar 4500 Liter, plus 400 Liter Löschschaum. Gegenüber seinem Vorgängermodell punktet der „TLF 4000“ mit mehr Platz für die Einsatzkräfte, modernster Technik und besserer Ausstattung für die Brandbekämpfung.

So verfügt er über zwei Wasser- und Löschschaumwerfer - einer an der Autofront und einer auf dem Dach, die aus der Fahrerkabine heraus mit einem Joystick gesteuert werden können. Am alten Einsatzfahrzeug gab es nur einen Werfer, der per Hand ausgerichtet wurde.

Die Ausstattung, um Strom und Licht zu erzeugen, ein Lichtmast und ein Notstromaggregat, sind neu an Bord. Beides hatte das alte Auto nicht. Und auch eine Mannschaftskabine gab es nicht. Statt für drei Feuerwehrleute auf dem Vorgängermodell ist auf dem „TLF 4000“ Platz für acht. Im Fall eines Wohnungsbrandes könnte das neue Auto nun allein ausrücken, wobei zuvor stets mehrere Fahrzeuge nötig waren.

Beeindruckend ist die moderne Technik im Cockpit, die zum Beispiel zeigt, wo welche Klappe geöffnet ist und wie voll die Tanks sind.

Um all die neue Technik zu bedienen, bedarf es einer weiteren Ausbildung. Bisher haben die beiden Feuerwehrleute Jörg Schemann und Lothar Lindemann schon neun Maschinisten für den „TLF 4000“ ausgebildet, die anderen folgen.

Getreu dem Motto: „Gott zu Ehr, dem Nächsten zu Wehr“ wurde der „TLF 4000“ vor seinem ersten Einsatz gesegnet. Martin Biesemann, Feuerwehrmann und Seelsorger, erbat göttlichen Beistand für Fahrzeug und Besatzung.

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