Tim Brömmling ist Kandidat und Erstwähler

Gymnasiast Tim Brömmling  stellt sich im Schill-Viertel zur Wahl.
Gymnasiast Tim Brömmling stellt sich im Schill-Viertel zur Wahl.
Foto: WAZ FotoPool
Tim Brömmling (18) aus Wesel steckt mitten im Abi und wird heute 18 Jahre alt. Am Sonntag tritt er bei der Kommunalwahl in Wesel für WWW - Die Junge Alternative an und zählt damit zu den jüngsten Kandidaten in Nordrhein-Westfalen.

Wesel..  Heute wird Tim Brömmling volljährig - am Sonntag tritt er für „www Die Junge Alternative“ bei der Kommunalwahl an. Ein Spaßkandidat ist der Gymnasiast nicht, der einer der jüngsten Kandidaten NRWs ist, wenn nicht der Jüngste. Er meint es offenbar ernst. Der Abiturient wirkt, als habe er sich Gedanken gemacht, über das, was seiner Stadt fehlt. Eine zweite Gesamtschule muss her, sagt er. „Die eine ist zu wenig, sie muss Jahr für Jahr Schüler abweisen, während Real- und Hauptschule verkümmern.“ Zwei Gymnasien und zwei Gesamtschulen wären für Wesel gut, ist er überzeugt.

Keine Protestpartei

„Es gibt nur ganz wenige junge Leute im Rat“, sagt Tim Brömmling auf die Frage, warum er kandidiert, obwohl er selbst noch nicht wählen durfte. Er hat sich nicht für die Jugendorganisationen der etablierten Parteien entschieden. „Es ist ein Vorteil, nicht Teil einer großen Partei, sondern nur vor Ort aktiv“ zu sein, sagt er. Auf diese Weise müsse man nicht auf Empfindlichkeiten der oberen Ebenen Rücksicht nehmen. Wichtig ist ihm der Hinweis, dass es sich nicht um eine Protestpartei handele. Er will gestalten.

Bezahlbarer Wohnraum ist eine Forderung, die dem jungen Mann am Herzen liegt, der am Sonntag für den Schill-Bezirk , Wahlkreis 19, an den Start geht. „Jugendliche, die nach der Schule eine Ausbildung beginnen, können sich keine Wohnung leisten“, kritisiert er. Die Politik müsse dagegen etwas unternehmen. „Auch Senioren mit ihren kleinen Renten haben das Problem“.

Tim Brömmling hat offenbar nicht nur seine eigene Generation im Blick. Die Forderung aus dem Programm von www Die Junge Alternative, Stellen im Bundesfreiwilligendienst einzurichten, um Senioren zu fahren und ihnen mehr Mobilität zu ermöglichen, unterstützt er.

W-Lan in der City

„Wir haben schon einiges erreicht“, meint er. So habe die Forderung, öffentliches W-Lan in der City anzubieten, viel Zustimmung gefunden. Und er ist sich schon recht sicher, „dass wir in den Rat kommen“. Wenn auch vermutlich nicht er selbst. Tim hat Listenplatz sechs - damit im ersten Anlauf einzuziehen wäre schon eine Sensation.

Wenn er nicht über Politik diskutiert oder fürs Abi lernt, joggt er oder fährt zu den Fußballspielen des MSV Duisburg. Hat er das Abitur in der Tasche, möchte er in Münster Wirtschaftswissenschaften und Politik studieren. Das konkrete Berufsziel lässt er für sich noch offen. Studium und Ratsarbeit - das ließe sich schon miteinander vereinbaren, sagt er.

Der Sonntag wird ein spannender Tag für den jungen Weseler.

 
 

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