Tatort Schermbeck

Hier in seinem Tonstudio über dem Ramirez entstehen Fritz Schaefers Hörspiele.
Hier in seinem Tonstudio über dem Ramirez entstehen Fritz Schaefers Hörspiele.
Foto: Waz/Fotopool
Der nächste Teil der „Pommes-Soko“ soll hier spielen. Dritte Folge ist nun erhältlich

Schermbeck..  Es könnte ein Gassenhauer in bester Stefan-Raab-Manier werden, ein Lied, das Schützen und Karnevalisten in ihren Zelten auf den Tischen tanzen lässt. Schon der Titel ist hitverdächtig: „Meine Orchidee im Gestrüpp der Leidenschaft“. So lautet die – nicht ganz ernst gemeinte – Zugabe zur dritten Folge der „Pommes-Soko“. Das Hörspiel um die Jungs und Mädchen, die in Dorsten und Umgebung kleine Kriminalfälle lösen, begeistert mehr und mehr Leute – und die nächste Folge soll in Schermbeck spielen.

Fritz Schaefer ist ein kreativer Kopf – und als solcher kaum zu bremsen. Der Sohn des Ramirez-Chefs Dirk Zerrissen ist Autor, Regisseur, Produzent, Songwriter und hat Ideen über Ideen. Und so ist auch die Pommes-Soko seinem Hirn entsprungen. Ein knappes halbes Jahr braucht er, um eine neue Geschichte zu schreiben und das rund 50 Minuten lange Hörspiel mit seinem Team von 20 Kindern und Erwachsenen zu sprechen und mit Geräuschen und Musik zu hinterlegen. Die Geräusche hat er in mühevoller Kleinarbeit jahrelang per Rekorder und Mikro gesammelt und archiviert.

Eierkartons zieren die Decke

Das alles passiert in seinem Studio hoch oben unter dem Dach der Schermbecker Kneipe Ramirez. Schlicht eingerichtet ist es hier, leere Eierkartons zieren die Decke und sorgen für ein wenig Schallschutz. Hier entstehen also die Geschichten rund um Fuzzi, Dumbo, Larry, Gonzo, Otti und den Fritteusen schwenkenden Pommesbuden-Besitzer Gerd Gimmel, gesprochen von Schauspieler Norbert Heisterkamp. Und wo Jungs sind, sind auch Mädchen nicht weit. Sie verstärken die Pommes-Soko bei ihren Fällen. „Die Mädchen emanzipieren sich gerade“, sagt Pommes-Soko-Erfinder Fritz Schaefer, „jetzt wollen sie einen eigenen Namen.“ Sollen sie bekommen, verrät Schaefer. Viel mehr aber will er nicht erzählen über seine neue Folge. Nur, dass sie in Schermbeck, vielleicht in Gahlen, im Dämmerwald oder rund um die Burg in Schermbeck spielen wird. Mal sehen, welcher Prominente dann das Mikro in die Hand nehmen wird, denn Schaefers Bilanz kann sich sehen lassen. So ist in der aktuellen dritten Folge Dorstens Sternekoch Björn Freitag als französischer Pommes-Kritiker Alfonce Camembert dabei. Auch die Stimme des Bürgermeisters von Dorsten, Lambert Lütkenhorst, ist aus dem Hörspiel nicht mehr wegzudenken. Er trägt zum Orchideen-Bonustrack übrigens ein sonores „Super geil, super geil“ bei. Ansonsten übernimmt er die Rolle des Erzählers, schließlich habe er die Stimme eines Märchenonkels, sagt Schaefer lächelnd. Eine Wunschsprecherin hat er aber dennoch: Gerburg Jahnke, bekannt von den Missfits.

Hörspiele waren schon immer Fritz Schaefers Leidenschaft – und eigentlich würde er auch die Pommes-Soko gern auf Kassette produzieren. Er selbst hat damals die Klassiker gehört: Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg, Die drei Fragezeichen. „Ich fand es früher so schön, dass man die Kassette umdrehen musste und Bandsalat hatte.“

Die dritte Folge der Pommes-Soko „Schmutzige Wäsche und ein Festival“ dreht sich um eine geheimnisvolle weiße Frau, die auf dem Hardtberg ihr Unwesen treibt, um einen verrückten Hund mit einer mysteriösen Krankheit, um einen Betrug im Schlagersänger-Milieu und um eine Pommes-Buden-Kritik.

Zu haben ist die CD im Ramirez an der Maassenstraße und in der Buchhandlung Hansen zum Preis von sechs Euro. Unterstützt wird das Projekt vom Treffpunkt Altstadt in Dorsten, wo Fritz Schaefer immer wieder auch Hörspiel-Workshops abhält.

Zum Bonus-Track „Meine Orchidee im Gestrüpp der Leidenschaft“ gibt es auch ein Musikvideo im Internet.

 
 

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