Tannenbäume als Finanzspritze

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Wesel..  Feldmarker Pfadfinder machten die Entsorgung der ausgedienten Weihnachtsbäume leicht. Sie freuten sich über Spenden.

Spätestens nachdem die Sternsinger an die Tür geklopft haben und die Schulferien sich dem Ende entgegenneigen ist es soweit. Es ist Zeit, die Kugeln wieder in den Karton zu packen und den Weihnachtsbaum aus dem Wohnzimmer zu verbannen. Doch wohin mit dem guten Stück? Um es den Weselern so einfach wie möglich zu machen, sind Jahr für Jahr viele fleißige Weihnachtsbaum-Sammler unterwegs.

Dazu zählen auch die Herz-Jesu-Pfadfinder aus der Feldmark. Zusammen mit ihren Leitern trotzten sie am Samstag dem ungemütlichen Regenwetter und zogen topmotiviert durch die Straßen. Alle Hände voll zu tun, die Reste des Weihnachtsfestes verschwinden zu lassen, hatten die Wölflinge und Ranger auf jeden Fall. Doch der Spaßfaktor kam hierbei nicht zu kurz.

Der Startschuss fiel bereits um Punkt 9 Uhr. Insgesamt 35 Pfadfinder im Alter von sieben bis 20 Jahren krempelten sich die Ärmel hoch, zogen orange-rote Warnwesten an und machten sich auf den Weg. Aufgeteilt in fünf Gruppen starteten sie allesamt am katholischen Pfarrheim und zogen systematisch durch die Feldmark, Lackhausen, Blumenkamp sowie das Hanseviertel. Neben den erwachsenen Begleitern waren auch verschiedenfarbige Traktoren mit großen Anhängern mit von der Partie. Hiermit transportierten die fleißigen Sammler nicht nur die zum Teil noch geschmückten Weihnachtsbäume, sondern brachten sie zwischendurch immer wieder zum Wertstoffhof des ASG Wesel. Obwohl die gesamte Aktion knapp acht Stunden dauerte, trat kaum ein Anzeichen von Müdigkeit auf. Im Gegenteil, es wurde gesungen, gekichert und gelacht. Wer eine kurze Auszeit brauchte, der mache es sich einfach auf einem der Anhänger gemütlich. So wie die achtjährige Laura, die sich für diesen Tag eigentlich weißen Schnee gewünscht hatte. Doch anstatt des Schlittens mussten dieses Jahr halt Schirm und Regencape herhalten.

Rund 3000 Euro als Erlös

„Diese Aktion bereitet allen Beteiligten nicht nur viel Freude, sie ist auch von enormer Wichtigkeit. Durch die Einnahmen können wir nahezu das gesamte Jahr finanzieren“, erklärte Betreuerin Katharina Koslowski in der kurzen Mittagspause, als sich die Pfadfinder bei einer heißen Käse-Lauch-Suppe aufwärmten. Mit dem Endergebnis von über 3000 Euro und zahlreichen Süßigkeiten war der Stamm der Herz-Jesu-Kirche nach einem arbeitsreichen Tag letztlich vollauf zufrieden. „Mit dem Geld können wir uns neues Zeltmaterial für unser Sommerlager in Schweden leisten“, freute sich die 24-jährige Vorsitzende des Stammesvorstands.

Nur wenige Kilometer entfernt spielten sich ähnliche Szenen ab. Auch in der Weseler Innenstadt sowie in Flüren und Diersfordt sammelten eifrige Pfadfindergruppen für den guten Zweck, so dass insgesamt rund 1000 Christbäume ihr warmes Zuhause verließen.

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