Süße Versuchung im ehemaligen Pferdestall

Jessica, Heinz-Bernd und Carmen Gerwers (von links) mit zwei der süßen Verführungen.
Jessica, Heinz-Bernd und Carmen Gerwers (von links) mit zwei der süßen Verführungen.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Das Café Gerwershof bietet am Wochenende eine schöne Rastmöglichkeit in der Brüner Unterbauernschaft. Die gelernte Krankenschwester Jessica Gerwers sorgt für feine Konditorwaren in ihrem Elternhaus.

Hamminkeln.  Gerade ist wieder eine dieser runden, üppig verzierten Verführungen fertig geworden, eine Schwarzwälder Kirschtorte, wie sie im Café Gerwershof gern bestellt wird. Sie steht zusammen mit Stachelbeer-Baiser unangefochten an der Spitze, weiß Jessica Gerwers, die für das Fertigen der Torten und Kuchen zuständig ist. Die Torte kommt sofort in die gläserne Kühlung, damit Kunden ihre Wahl treffen können. Die fiel bislang meist auf diese beiden Kreationen, aber es gibt noch viele weitere, die toll schmecken. Aber dazu später mehr.

Schon seit Dezember hat in Brünen am Telgerhuck 11 das Café Gerwershof geöffnet. Dort, wo einst der Pferdestall war, sind nach umfangreichem Neu- und Umbau nun zwei Gasträume mit 60 Sitzplätzen auf 160 Quadratmetern. Davor lädt bei schönem Wetter eine Terrasse ein, wo 30 Gäste Platz nehmen können. Von dort schweift der Blick quer über die Felder, die jetzt zum größten Teil mit Mais belegt sind, rüber zu den Brüner Höhen.

Radler und Spaziergänger

Mancher stellt sein Auto am Gerwershof ab, um erst einmal einen Spaziergang durch die Unterbauernschaft zu machen und sich damit quasi den süßen Genuss zu verdienen. Andere kommen gleich mit dem Fahrrad. Zwar führt hier nicht unmittelbar eine ausgeschilderte Route vorbei, doch Radler hat Heinz-Bernd Gerwers (60) häufig gesehen. Da kam ihm die Idee, dass sie doch eigentlich hier rasten könnten und setzte seine Pläne nach und nach in die Tat um.

Tochter Jessica (31) war Feuer und Flamme, hat sie doch schon immer gern gebacken. Denn eigentlich ist sie Krankenschwester und arbeitet in einem Altenheim. Doch Ende September ist damit Schluss, dann widmet sie sich ganz und gar dem Café auf dem Land, zusammen mit Schwester Carmen (19) im Service und Mutter Rita (57) in der Küche.

Bevor das Café öffnete wurde übrigens erst einmal wochenlang probiert. Jessica Gerwers kreierte Torten und Kuchen, die Familie musste testen. Heute wird allenfalls nach getaner Arbeit am Sonntag mal ein Stück genossen, wenn etwas übrig ist. Ansonsten freuen sich noch die Kollegen der Krankenschwester, die mit den süßen Gaben bedacht werden.

Obstböden gehören genauso zum Standard wie Blechkuchen. Da gibt es dann Kirsch- oder Pflaumenstreusel, Erdbeer-Käsesahnetorte, Rhabarberkuchen, Pflaumen-Baiser, Himbeer-Brombeer-Torte, im Sommer gern Grillagetorte und manchmal Muffins. Das Angebot wechselt. Im Winter wird es etwas schwerer mit Cappuccino-, Schokolade- und Marzipan-Walnuss-Torte. Schnittchen können ebenfalls bestellt werden sowie neben diversen Kaffeespezialitäten auch Bier, Wein, Sekt und Spirituosen.

Der ehemalige Mümkenshof

19 Parkplätze für Autos stehen neben dem Anwesen zur Verfügung, Fahrradständer gibt es auch, und sollten mal ganz viele Gäste auf einmal kommen, können die Drahtesel im Hof abgestellt werden. Apropos Hof. Gerwershof haben ihn die Eigentümer erst getauft, als sie vor 19 Jahren herkamen. Vorher war es der Mümkenshof. Zuletzt wurden hier Traber gezüchtet, davor bestimmten Kühe das Bild. Und auch heute noch wird an die Pferde, deren Stall hier einst stand, erinnert: Die Kleiderhaken aus Metall bestehen aus einem kleinen Pferd mit mehreren genauso kleinen Hufeisen. Wenn das kein Glück bringt...

 
 

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