Strom für den Bocholter

Foto: Markus Joosten
Foto: Markus Joosten
Foto: Markus Joosten
Das Ziel ist eine schnelle Verbindung zwischen der Aasee-Stadt und Duisburg. Kosten liegen bei 20 Millionen Euro.

Kreis Wesel.. Zunächst klang es wie eine Utopie, doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass die Bahnstrecke Wesel-Bocholt tatsächlich elektrifiziert werden könnte.

Das Ziel: eine schnelle Verbindung von Bocholt nach Oberhausen und Duisburg – und zwar ohne umzusteigen. Gestern haben der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland, der Kreis Borken und die Stadt Bocholt in einer Pressekonferenz über die „Zukunftsszenarien“ für den „Bocholter“ informiert. Dabei ging es um „Chancen und Voraussetzungen einer möglichen Elektrifizierung“ der Strecke zwischen Bocholt und Wesel.

Wunsch steht im Nahverkehrsplan

Seit Januar erstellt ein Gutachter im Auftrag des VRR eine Machbarkeitsstudie. Im April soll sie fertig sein. Neben der Oberleitung auf der 20-Kilometer-Strecke müssten die Bahnübergänge angepasst werden. Schon im April vergangenen Jahres war die Elektrifizierung ein Thema gewesen. Im Oktober dann tauchte der Wunsch bereits im offiziellen Nahverkehrsplan Westfalen-Lippe auf. Dort steht: „Für die Strecke Bocholt-Wesel soll eine Elektrifizierung geprüft werden, um auf dieser Strecke und der elektrifizierten Hauptstrecke ein gemeinsames Betriebskonzept... zu ermöglichen.“ Dies könne auch ein „Flügelzugkonzept“ sein. Dabei würde der Zug aus Duisburg in Wesel geteilt: Einige Waggons werden in Richtung Bocholt weiterfahren, die anderen in Richtung Emmerich. Außerdem sollen die Züge nach Bocholt dann auch an Wochenenden im Stundentakt fahren.

In einer „Maßnahmenliste“ des Landes-Verkehrsministeriums taucht die Bahnstrecke Bocholt-Wesel mit geschätzten Elektrifizierungskosten von 20 Millionen Euro auf.

Dr. Hermann Paßlick, Verkehrsdezernent des Kreises Borken, geht in die Öffentlichkeit, um Druck zu machen. „Es muss nach außen deutlich werden, dass die Region dahintersteht“, sagte er gestern bei der Pressekonferenz. Die Zeit drängt. Steht die Planung in den nächsten Jahren nicht, ist es erst einmal vorbei mit der Elektrifizierung.

Als Verbandsvorsteher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Münsterland trommelt Paßlick schon seit vielen Wochen hinter den Kulissen für den Ausbau der Bahnstrecke.

Das ganz sei „kein Wolkenkuckucksheim“, versicherte Zweckverbands-Geschäftsführer Michael Geuckler. Der Zweckverband drückt nach seinen Worten aufs Tempo, damit im Jahr 2016 der Zug nicht abgefahren ist für die Strecke Bocholt-Wesel. In vier Jahren nämlich wird der Verkehrsvertrag für die Regionalexpresslinie 5 (Koblenz – Emmerich) für die nächsten 15 Jahre ausgeschrieben. Wenn da die Elektrifizierung Bocholt-Wesel nicht zumindest schon fest geplant ist, könnte man erst in 15 Jahren wieder einen neuen Anlauf unternehmen.

Zurzeit hofft Verkehrsdezernent Hermann Paßlick aber, die Elektrifizierung der Strecke Bocholt-Wesel innerhalb seiner Amtszeit zu erleben. Und die dauert noch zehn Jahre.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen