Start für Wesels neuen Hafen

Die neue Kaimauer soll vor die jetzige gesetzt werden.
Die neue Kaimauer soll vor die jetzige gesetzt werden.
Foto: www.blossey.eu

Wesel..  Jetzt geht’s los. Wesel erhält einen neuen Hafen. Quasi jedenfalls: „Er wird komplett neu ausgerichtet“, sagt Franz Michelbrink und spricht von einem Meilenstein in der Geschichte der Stadtwerke, die er leitet.

Ende August, Anfang September wird in ihrem Auftrag mit dem Bau der neuen Kaimauer und der Umsetzung einer 12,4-Millionen-Euro-Investition begonnen. Ein dreiviertel Jahr später soll sie fertig sein und dem Stadthafen neuen Aufschwung bescheren.

Michelbrink ist davon überzeugt. Marode sei die Infra-Struktur derzeit. Keiner habe mehr investiert, weil man nicht wusste, was nach dem Scheitern der schönen Wesel-an-den-Rhein-Idee werden würde. Marode ist auch die Kaimauer, teils deshalb stillgelegt. Ist sie erneuert, kann auch die neue Rheinschiff-Generation bedient werden, soll der Stadthafen sich einen Namen als Schüttgut-Umschlagplatz im neuen Hafen-Verbund Deltaport machen.

Zucker und Salz?

Derzeit sei Wesel unter den Verladern kein Begriff, sagt Deltaport-Geschäftsführer Jens Briese. Die Zahlen, die Häfen wie Emmerich im vergangenen Jahr aufweisen (105 000 Schiffsbewegungen), zeigen Bedarf. Konkret wartet alles auf die Entscheidung der Firma Esco in Rheinberg, die hier jährlich 350 000 bis 400 000 Tonnen Salz verladen könnte. Zucker von Pfeifer & Langen könnte hinzu kommen. Vor allem auf den Groß-Logistiker Rhenus setzen die Initiatoren, der auf Flächen im nordwestlichen Bereich neue Kapazitäten schaffen will - eventuell auch per Hallen-Bau.

Befürchtungen hinsichtlich des mit den Plänen verbundenen Lkw-Verkehrs weist Michelbrink zurück: „Den wird niemand merken.“ Die Bundesstraßen-Anbindung liege praktisch vor der Tür, und früher habe es viel mehr Kies-Laster gegeben.

2400 stählerne Bohlen

Die neue, 700 Meter lange und bis zu 19 Meter hohe Kaimauer wird hinter der Fischertorstraße beginnend in vier Bauabschnitten errichtet. Geplant von den Ingenieursbüros Bovenkerk aus Hamminkeln und Inros Lackner aus Bremen, wird zunächst die gesamte Trasse per Nassbagger zwei Meter tief ausgegraben, um nach Blindgängern zu suchen, bevor die Moerser Firma Maas 2400 je einen halben Meter starke, stählerne Spundbohlen knapp neun Meter tief in den Boden „rüttelt“. Rammen wäre viel lauter.

Hafen-Anlieger Hülskens hat einen Teil der Wand bereits erneuert und übernimmt den in seinem Bereich noch fehlenden Part ebenfalls selbst. Acht Treppen in der Wand machen den Landgang leichter. Die Schiffer erhalten zudem einen Parkplatz für ihre Autos. Wasserbausteine sichern den Boden des Hafenbeckens gegen Ausspülungen.

Parallel zum Mauerbau wird ein elf bis 14 Meter breiter Uferstreifen neu befestigt. Die alten Kräne und Schienen dort verschwinden, dafür gibt es ein oder zwei neue Portalkräne. Zwei Gleise für den Bahnanschluss zum Bahnhof entstehen neu. Verbesserungen bei Straßen und Beleuchtung sind vorgesehen. Auf die hässliche Betonklotz-Skyline haben Stadtwerke und Hafen-Gesellschaft trotz neuer Verträge keinen Einfluss. Steige der Umsatz, wollten die Unternehmen investieren, hätten sie angekündigt. Erste Bewegung ist da: Ein Teil des RWZ-Komplexes soll abgerissen werden, Bauanträge für Neues liegen vor.

 
 

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