„Sie wollen den Fischen helfen“

Am Donnerstag 29.09.2011 Greenpeace Schiff Beluga in Wesel. Schulklasse besichtigt die Beluga. Foto: Peggy Mendel/WAZFotoPool
Am Donnerstag 29.09.2011 Greenpeace Schiff Beluga in Wesel. Schulklasse besichtigt die Beluga. Foto: Peggy Mendel/WAZFotoPool
Foto: Peggy Mendel

Wesel.. In der Nord- und Ostsee ist die Beluga II bekannt. Dort ist das Greenpeace-Aktionsschiff oft unterwegs - im Dienst der Wissenschaft und Umwelt.

In westdeutschen Binnengewässern konnte man den 34 Meter langen Nachbau des holländischen Schiffstypen Klipperaak hingegen noch nie sichten - bis jetzt. Drei Wochen lang ist Greenpeace derzeit mit der Beluga II entlang des Rheins und durch Kanäle auf Tour. Gestern machten die Umweltschützer in Wesel Station.

Kapitän Uwe Linke und seine Crew schippern nicht ohne Grund durch den Westen der Bundesrepublik. Mit der Tour möchten die Umweltschützer auf die Wichtigkeit von Meeresschutzgebieten aufmerksam machen. Mittlerweile gelten laut Greenpeace 90 Prozent der europäischen Speisefischarten als überfischt „Die Nordsee wurde im Jahr 2000 zum Schutzgebiet erklärt“, sagt Charlotte Brinkmann, Presssprecherin von Greenpeace Niederrhein. „Leider ist das aber nur auf dem Papier so, es wird kräftig weiter gefischt.“

Steine versenkt
und Ärger bekommen

Um dagegen anzukämpfen, versenkten Greenpeace-Aktivisten seit 2008 320 große Steine vor Sylt. „Die Netze werden dadurch nicht zerstört“, betont Charlotte Brinkmann. „Dennoch stören und behindern solche Steine die Fischerei natürlich.“ Man habe den Fischern mitgeteilt, wo genau die Steine liegen, so die Pressesprecherin. Ärger gab es trotzdem. Das Landgericht Hamburg verbot Greenpeace in einer einstweiligen Verfügung, Steine zu versenken, doch das Engagement der Umweltschützer geht weiter.

Steine wie die, die vor Sylt versenkt wurden, konnten die Besucher der Beluga II gestern auch an Bord sehen und darauf unterschreiben, um sich so für die Ausweitung von Meeresschutzgebieten auszusprechen. Zahlreiche Schulklassen und andere Interessierte nutzten zudem die Chance, sich das Aktionsschiff einmal anzusehen. Kapitän Uwe Linke zog sich lieber zurück, viele ehrenamtliche Helfer führten die Besucher aber über das Schiff und standen für Fragen zur Verfügung.

„Das hat ganz schön geschaukelt“, sagte Robin, nachdem er die Beluga II verlassen und wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden schaute sich der Drittklässler der Theodor-Heuss-Grundschule das Schiff an. „Ich war zwar schon mal auf der River Lady“, erzählte Shamena. „Aber auf so einem coolen Schiff noch nie.“ „Nicht nur das Schiff ist toll“, fügte Maxim hinzu. „Auch was die Leute von Greenpeace so machen. Sie wollen den Fischen in der Nordsee helfen.“

 
 

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