Sicher und geschützt in den Medien unterwegs

Ob Tablet oder Smartphone – die Nutzung des Internets und ganz besonders der sozialen Netzwerke stellen für Menschen mit Behinderungen oft eine besondere Herausforderung dar. Viele hilfreiche Tipps bekommen diese jungen Erwachsenen deshalb in einem Seminar. 
Ob Tablet oder Smartphone – die Nutzung des Internets und ganz besonders der sozialen Netzwerke stellen für Menschen mit Behinderungen oft eine besondere Herausforderung dar. Viele hilfreiche Tipps bekommen diese jungen Erwachsenen deshalb in einem Seminar. 
Foto: Funke Foto Services
  • Menschen mit geistiger Behinderung lernen, mit den sozialen Medien umzugehen
  • Facebook, Whatsapp und Co sind Chancen, sie bergen aber auch Risiken
  • Ein Seminar zeigte, wie sie die Medien handhaben und wie sie sich schützen können

Wesel..  Das ist wohl vielen schon einmal passiert: Schnell eine Nachricht ins Handy tippen, abschicken – und sich dann über die etwas pikierte Antwort des Adressaten wundern. Wenn dieser die Nachricht nämlich ganz anders verstanden hat als sie eigentlich gemeint war. In sozialen Netzwerken oder bei schriftlicher Kommunikation generell könne es leicht zu Missverständnissen kommen, weiß Konfliktberaterin Monika Wagner. Wieso das so ist, und vieles andere rund um Facebook, Whatsapp und Co. erklärte sie einer Gruppe von jungen Erwachsenen im Rahmen eines Seminars in den Lebenshilfe-Werkstätten am Schornacker.

Zwei Tage lang befasst sich die Gruppe von Mitarbeitern der Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderungen tätig sind, unter fachkundiger Leitung mit Fragen wie: Wie erstelle ich ein Facebook-Profil und welche Einstellungen muss ich wählen, um meine Privatsphäre zu schützen? Wie poste ich ein Foto in eine Gruppe? Wie funktioniert ein Whatsapp-Gruppenchat? Oder eben auch: Wieso kommt es per Whatsapp so leicht zu Missverständnissen?

Diese Frage interessierte Lara besonders, denn der 26-Jährigen ist genau das selbst schon mehrfach passiert. „Ich habe Nachrichten verschickt, die freundlich gemeint waren. Und trotzdem waren meine Freunde sauer. Wie kann das?“, wollte Lara von den Kursleitern wissen. Das sei ein Problem der fehlenden Mimik und Gestik, erklärte Monika Wagner. „Wenn einem jemand gegenüber steht und grinst, versteht man einen Witz halt besser als nur geschrieben.“ Smileys oder andere Bildchen, so genannte Emojis, können helfen, Stimmungen auszudrücken. „Sicher vor Missverständnissen ist man aber trotzdem nicht“, weiß die Kommunikationsexpertin. Und für Menschen mit Behinderungen sei diese Art der Kommunikation oft eine besondere Herausforderung.

Konflikte und Gerüchte

Das kann Hermann Böing, Leiter des Sozialen Dienstes der Lebenshilfe-Werkstätten, nur bestätigen. Tatsächlich sei es unter den Mitarbeitern der Werkstätten in der Vergangenheit immer wieder zu Missverständnissen in der Kommunikation und dadurch dann zu Konflikten und bösen Gerüchten gekommen. Als Monika Wagner sich bei ihm meldete und die Durchführung eines Seminars anbot, war Böing deshalb froh und sagte sofort zu. Eine gute Entscheidung, wie Lara findet. „Ich kann hier eine ganze Menge lernen“, sagte sie. „Vor allem über Kommunikation und Privatsphäre-Einstellungen.“

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