Sechs Künstler - eine Ausstellung

Dieke Venema und ihre Keramik-Skulpturen.
Dieke Venema und ihre Keramik-Skulpturen.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Die aktuellen Stipendiaten des Schlosses Ringenberg stellen ihre Arbeiten in einer gemeinsamen Schau vor. Die Eröffnung findet am kommenden Sonntag statt.

Hamminkeln..  Sie sind unterschiedlich - menschlich und vor allem auch kreativ. Die einen nutzen moderne künstlerische Mittel wie Film, andere drücken sich klassisch durch Malerei oder Skulpturen aus. Die einen arbeiten gegenständlich, andere abstrakt. Die einen lassen sich von Gebäuden oder Materialien inspirieren, die anderen von Geschichten, Ereignissen oder Personen. Die verschiedenen Künstler-Stipendiaten der Derik-Baegert-Gesellschaft für eine gemeinsame Ausstellung „unter einen Hut“ zu bekommen, ist also gar nicht so einfach, wie auch Sally Müller und Niekolaas Johannes Lekkerkerk feststellten. Den Kuratoren-Stipendiaten ist es aber gelungen, eine harmonische Gesamtschau zu kreieren. „Wir haben jedem Künstler seinen Raum gelassen, um die Einzelpositionen zur Wirkung kommen zu lassen“, erklärt Sally Müller. „Zum anderen haben wir uns auf das konzentriert, was uns alle eint: Das Schloss und den Lebensraum hier.“

„Die Ringenberg Biennale“ heißt die Ausstellung, für deren Vorbereitung die Stipendiaten auch mit dem Aktiven des Heimatvereins zusammenarbeiteten. Gemeinsam ernteten sie die Früchte von mehr als 50 Apfelbäumen des Schlossparks und brachten rund eine Tonne Äpfel zu van Nahmen in die Obstkelterei. 200 Flaschen eines Streuobstwiesen-Apfelsaftes wurden dort produziert, auch die im Schlosspark gesammelten Früchte wurden verarbeitet. Der Saft mit speziellem Etikett wird bei der Eröffnung und begleitend zur Ausstellung im Schloss verkauft. „Wir möchten uns öffnen und mit Aktionen wie dieser deutlich machen, dass wir hier gemeinsam leben“, sagt Sally Müller.

Die Weiße Frau

Im Mittelpunkt der Biennale stehen aber natürlich die Arbeiten der Stipendiaten, die während ihrer Zeit im Ringenberger Schloss entstanden und die teilweise einen ganz direkten Bezug dazu haben. Das Portrait der „Weißen Frau“ etwa, die der Sage nach seit vielen, vielen Jahren durch das Schloss spukt. Sebastian Ludwig, der als Maler von Mustern fasziniert ist, hat die Legende auf seine persönliche Art festgehalten.

„Dingden“ und „Hamminkeln“ sind zwei Fotografien von Jörg Obergfell betitelt, die beide imposante Stadtansichten zeigen. Passt nicht? Doch - der Künstler hat die Schaufenster der Spielhallen in Dingden und Hamminkeln mit der Kamera festgehalten, die beide eben diese farbenfrohen und hell erleuchteten Hochhäuser-Landschaften zeigen.

Mit dem Verfall einer Spinnerei hat sich Kristina Köpp befasst und den Prozess anhand von Fotos, Videomaterial und zahlreichen Fundstücken kreativ aufgearbeitet. Emanuel Engelen portraitiert in einem 40-minütigen Film seinen Vater und hält Ereignisse seines Lebens akribisch dokumentarisch fest. Auch Julia Weißenberg zeigt einen Videobeitrag. Sie hat sich mit einer provisorischen und temporären Nachbildung eines Gebäudes befasst, das vor mehr als 80 Jahren als Clubhaus für einen Golfplatz geplant, aber nie in der Form gebaut wurde.

Dieke Venema hat große Keramik-Skulpturen erstellt. Sie lässt sich in ihre Arbeiten stark intuitiv und vom Material leiten.

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