Schweben auf dem Klangteppich

Die  Band Lanko bei ihrem Open-Air-Konzert.Foto: Gerd Hermann / WAZ FotoPool
Die Band Lanko bei ihrem Open-Air-Konzert.Foto: Gerd Hermann / WAZ FotoPool
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Wesel.. Die Band „Lanko“ hatte zum Pfingstkonzert ins Café Am Sackert eingeladen und wusste zu begeistern.

„Wir sind immer für eine Überraschung gut“, meint Kees Cuypers und lächelt dabei verschmitzt. Und diese Überraschung erweist sich kurze Zeit später auch als der emotionale Höhepunkt des Konzertes der Gruppe Lanko, dessen musikalischer Kopf Kees Cuypers zusammen mit seinem Schwager Frank Schut ist: Jürgen Schwingl, der Organisator der Open-Air Veranstaltung, betritt nach 35-jähriger Pause wieder eine Bühne. Damals hatte er mit der Gruppe Telstar gerockt, mit Lanko spielt er Rhythm and Blues-Stücke.

„Ich bin aufgeregt wie ein Zwölfjähriger“, hatte er noch kurz vor dem Gastauftritt verkündet. Doch spätestens beim „Stormy Monday Blues“ ist er wieder voll in seinem Element: seine gefühlvollen Soli fügen sich harmonisch ein in das Zusammenspiel der beiden Gitarristen mit dem virtuosen Saxophon von Dave Tchorz.

Etwa 200 Zuhörerinnen und Zuhörer waren Samstagabend gekommen, viele auf ihren Fahrrädern, um die Atmosphäre dieses Veranstaltungsortes zu genießen. Ihre Blicke schweiften vom Café Am Sackert, das inmitten der Rheinauen zwischen Flüren und der Grav-Insel liegt, in die Ferne bis hin zur neuen Rheinbrücke. Als akustischer Begleiter dazu die Gruppe Lanko mit finnischer Tangomusik, amerikanischen Rhythm and Blues-Klängen und daran angelehnten Eigenkompositionen.

Außergewöhnlich: der Finnische Tango, eine spezielle Form der Tangomusik, deren Melodien eher traurig in Moll erklingen. Ein gewagtes Unterfangen für eine deutsche Band. Doch durch Kees Cuypers, dessen Wurzeln in den Niederlanden und Finnland liegen, wirken die Lieder authentisch. „Wir spielen nur Songs, die uns am Herzen liegen“, sagt Kees Cuypers dazu. Das geht sogar so weit, dass er und Frank Schut im letzten Sommer in die südfinnische Hafenstadt Kotka gefahren sind, um dem Ursprung des Liedes „Die Rose von Kotka/Ruusu Kotkan“ näherzukommen. Unterstützt durch das Akkordeon und mit dem finnischen Text mit herrlich gerolltem „R“ bewies die Band ihre Vielseitigkeit. Bei „Satumaa“, einem weiteren finnischen Tango, webte die Gruppe zeitweilig dank des unverkennbaren Gitarrenspiels von Frank Schut sogar einen Klangteppich, der an Santana erinnerte. Der Bezug zu Finnland spiegelt sich auch im Namen der Band wider: „Lanko“ ist finnisch und heißt übersetzt „Schwager“.

Als weitere Musiker mit dabei waren Bert Thompson am Bass und Stefan Janßen am Schlagzeug, beides Profimusiker durch und durch, die durch ihre unaufgeregte und souveräne Spieltechnik zur entspannten Atmosphäre des Abends beitrugen. Im zweiten Teil des Konzertes konnte man der Band ihre Spielfreude regelrecht ansehen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer jedenfalls wollten Lanko erst nach Standing Ovation und mehreren Zugaben von der Bühne lassen.

Am Ende war Organisator Jürgen Schwingl sehr zufrieden: „Früher hat sich hier halb Flüren zum Tanz in den Mai getroffen, diese Tradition, allerdings in neuer Form, die möchte ich weiterführen.“ Nach dem Auftakterfolg im vergangenen Jahr war das Konzert am Samstag eine gelungene Bestätigung seiner Bemühungen. So plant er auch schon weitere Open-Air-Veranstaltungen am Café Am Sackert.

 
 

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