Schüler interessieren sich doch für Politik

AmAndreas-Vesalius-Gymnasium in Wesel wählten die Schüler bei der U18-Jugendwahl, die in diesem Jahr noch nicht zur Europawahl gehen dürfen.
AmAndreas-Vesalius-Gymnasium in Wesel wählten die Schüler bei der U18-Jugendwahl, die in diesem Jahr noch nicht zur Europawahl gehen dürfen.
Foto: WAZ FotoPool
Wenn es um Themen geht, die Schüler selbst betreffen, ist das Interesse an Politik groß. Am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel gab es eine Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten und am Andreas-Vesalius-Gymnasiums wählten die unter 18-Jährigen das EU-Parlament. Mehr als 400 Schüler gaben ihre Stimme ab.

Wesel..  Jugendliche interessiert Politik nicht? Von wegen! „Wenn es um Dinge geht, die mich betreffen, interessiert mich Politik“, sagt Charlotte George. Deshalb hat sie gestern gewählt. Offiziell darf sie es nicht, sie ist 15 Jahre und darf weder an der Kommunalwahl (ab 16), noch an der Europawahl (ab 18) teilnehmen. Am Freitag durfte sie – bei der U18-Jugendwahl im Andreas-Vesalius-Gymnasium.

Dass Charlotte noch nicht an den richtigen Wahlen kommenden Sonntag teilnehmen kann, stört sie nicht. „Ich finde die Altersbeschränkungen richtig“, sagt sie. Nachdem sie sich in der Schule über Europa, das Parlament und die Parteien schlau gemacht hat, wusste sie direkt, wen sie wählen wird. Das verrät sie aber nicht. Mandy Schaten hingegen sagt’s frei heraus: „Ich werde die Piraten wählen“, sagt sie. Die 18-Jährige geht am 25. Mai „auf jeden Fall“ wählen. Der Sozialwissenschaftskurs der zehnten Stufe hat diese U18-Wahl initiiert. Vormittags konnten alle Schüler unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben, ab 14 Uhr auch Nicht-AVG-Schüler. So stimmten die Jugendlichen ab: Von 483 Stimmen entfielen die meisten auf die CDU/CSU (180), gefolgt von SPD (77), Grünen (75) und Piraten (45).

Einen Tag vorher standen die Wahlen im Fokus am Konrad-Duden-Gymnasium. Hier ging es weniger um die Europa- als vielmehr um die Kommunalwahl. Die vier Bürgermeister-Kandidaten stellten sich den Fragen der Schüler. Sie diskutierten über G8, die Nutzung des Auesees oder die Betuwe-Linie. Die Wahlprogramme und Zeitungsartikel haben sich die Schüler vorher durchgelesen. Wichtig ist den Jugendlichen aber auch, wie die Kandidaten wirken. So findet es Anna aus der elften Klasse schön, die Bürgermeisterin mal live zu sehen. Und Jan denkt nun, dass die Piraten „einige Innovationen“ bieten.

 
 

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