Schätze aus der Geschichte der Bücherei

Foto: WAZ FotoPool

Wesel..  Normalerweise stellen in den Vitrinen im Obergeschoss der Stadtbücherei Maler, Sammler oder Bastler ihre Hobbies vor. In den kommenden zwei Monaten allerdings wird es dort keine Ausstellungen zu sehen geben, denn ausnahmsweise nutzt das Team der Bücherei die Vitrinen in dieser Zeit selbst: Zum runden Geburtstag „40 Jahre Stadtbücherei im Centrum“, der im Januar gefeiert wird, zeigen der Leiter Wolfgang Berg und seine Mitarbeiter eine kleine Sammlung von Schätzen aus der Geschichte der Bücherei.

Die Einrichtung gibt es in der Hansestadt schon um einiges länger als 40 Jahre. Sie war über die Jahre an unterschiedlichen Stellen untergebracht, unter anderem im alten Rathaus und an der Esplanade. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bücherbestand zerstört. 1949 startete der Betrieb in einer Baracke an der Gelißstraße neu, wie Wolfgang Berg berichtet. „Mit rund 400 Büchern lief das damals wieder an.“ Diese stammten von Weselern. „Wer noch etwas an Lesestoff hatte, war aufgerufen, es zu spenden.“

Neben dem ein oder anderen Schätzchen aus der Geschichte der Weseler Stadtbücherei können Kunden und Interessierte sich in der Ausstellung auch darüber informieren, wie der Betrieb eigentlich in einer Zeit funktionierte, in der die Ausleihe und der Bestand noch nicht computerbasiert lief. Alte Katalogzettelsätze werden langjährige und ältere Nutzer wahrscheinlich ebenso wiedererkennen wie Lesehefte, die früher jeder Kunde hatte und in die genau eingetragen wurde, was er wann ausgeliehen hatte. „Das Prinzip war das gleiche wie heute immer noch“, erklärt Wolfgang Berg. „Nur musste in früheren Jahren halt vieles noch handschriftlich erledigt werden.“ Das sei heutzutage gar nicht mehr möglich, weiß der Büchereileiter. „Bei einem Bestand von mittlerweile 96 000 Medien wäre ja mindestens einer den ganzen Tag nur mit Schreiben beschäftigt.“

Was den Einzug der Computertechnik angeht, war die Weseler Stadtbücherei übrigens eine der ersten in NRW. Mit Hilfe eines elektronischen Stifts wurden ab 1975 Strichcodes auf den Büchern gelesen, die Ausleihdaten auf Kassetten gespeichert und nachts vom Rathaus aus zum Rechenzentrum übertragen.

 
 

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