Sagenumwobener „Kürbaum“ im Hünxer Wald

Anja Hasenjürgen
An dieser Stelle stand der Kürbaum im Hünxer Wald.
An dieser Stelle stand der Kürbaum im Hünxer Wald.
Foto: privat
Dort sollen früher die Germanen ihre Führer gewählt und Gericht gehalten haben. Die Geschichte „Der Kürbaum im Hünxer Wald“ ist in Dirk Sondermanns Buch „Lippesagen“ nachzulesen.

Hünxe.  Ein alter Baumstumpf, eingezäunt zusammen mit einer jungen Buche – ein sonderbares Ensemble steht da im Hünxer Wald. Wo heute Spaziergänger ihre Hunde ausführen war früher ein sagenumwobener, heiliger Ort.

Am „Kürbaum“, einer Eiche, die mit einer Buche zusammengewachsen war, sollen die Germanen ihre Führer gewählt und Gericht gehalten haben. Gott soll den Baum zerstört haben. Um die Ecke liegen vier Felsen aus Teufelshand. Die Geschichte „Der Kürbaum im Hünxer Wald“ ist in Dirk Sondermanns Buch „Lippesagen“ nachzulesen.

Dem lieben Gott waren sie wohl zu heidnisch, die Vorfahren der Hünxer, und dem Teufel zu christlich. Den Wettergott Donar verorteten sie in dem verwobenen Baum. Ein Mönch bat Gott als Beweis seiner Existenz, den Baum mit einem Blitz zu zerschlagen.

Aus dem Stumpf sei wieder eine Buche gesprossen. So die Sage. Auf jeden Fall, so sagt Heinrich Rühl, Vorsitzender des Heimatvereins, „war das eine kulturelle Stätte“. Auch eine Infotafel berichtet von den Germanen. Und von einer jungen Blutbuche, die 1937 neben dem Stumpf gepflanzt wurde.

Eine weitere Tafel, wenige hundert Meter weiter, identifiziert vier Felsen als 10 Millionen Jahre alte Tertiärquarzite. Viel spannender aber ist die Sage von den Teufelssteinen: Der Teufel habe, so Rühl, mit einer Großmutter in den Tester Bergen gewohnt und von dort mit Missfallen die zunehmende Christianisierung beobachtet. Vor Wut schleuderte er Felsen auf die Kirchen. In Hünxe und Drevenack hat er getroffen - die Felsen sind, so Rühl, ins Gemäuer eingebettet. Bis nach Kirchhellen ist er aber nicht gekommen - die „Teufelssteine“ landeten im Hünxer Wald.