Reitertourismus unerwünscht

Schermbeck..  Das geht ihnen dann doch zu weit: Gegen das reine Wohnen mit Pferden haben die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses nichts. Doch dass es auf dem Gelände zwischen Bahntrasse und Alter Poststraße nun auch acht Übernachtungsplätze für Mensch und Pferd geben und damit Touristen angelockt werden sollen, passt den Politikern gar nicht. Sie lehnten folglich das Planverfahren zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes einstimmig ab.

Zunächst, muss man sagen. Ist der Projektentwickler bereit, auf die Übernachtungsplätze für Reiter und Pferde zu verzichten, würden die Ausschussmitglieder dem Vorhaben zustimmen. Schon 2011 haben die Politiker über das Konzept Wohnen mit Pferden diskutiert, es sollte überarbeitet und konkreter werden. Dass es nun aber um den touristischen Aspekt erweitert worden ist, hat einige Ausschussmitglieder gestern überrascht. Geplant sind Häuser, in deren Nähe Stallungen für ein bis zwei Pferde angegliedert sind. Außerdem soll es eine Reithalle geben und einen Dienstleister, der sich auch um die Abholung von Mist oder um die ärztliche Versorgung der Tiere kümmern könnte. Zudem, und das ist neu, sollen acht Übernachtungsplätze und Unterstellmöglichkeiten für Pferde geschaffen werden. Zielgruppe sind Reitwanderer, die für eine Nacht in Schermbeck Halt machen, ihr Pferd verpflegen können, um an nächsten Tag weiterzureiten. Das Problem: Es gibt keinen richtigen Reitwanderweg um dieses Gelände. Als „Wanderreiten ohne Wanderwege“, bezeichnete es der Ausschussvorsitzende Rainer Gardemann. Viele befürchteten, dass im Falle dieser „Pferdestation“ der Radweg auf der Bahntrasse von Reitern benutzt werde. Und für einen weiteren Weg neben dem Radweg, so Thomas Heiske (FDP), sei kein Platz.

 
 

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