Radweg oder Straße?

Radler dürfen auf der Dimmerstraße fahren - oder auf dem Radweg.
Radler dürfen auf der Dimmerstraße fahren - oder auf dem Radweg.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Eine Karte zeigt, wo Radfahrer unterwegs sein dürfen. Denn mit der Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht hatte es in der Kreisstadt immer wieder Irritationen gegeben. Die Stadtinformation am Großen Markt hält die Karte gratis bereit.

Wesel.  Nach und nach wurde sie in Wesel aufgehoben, die Radwegebenutzungspflicht, so wie es die Straßenverkehrsordnung bereits seit 1998 vorsieht. Im Frühjahr waren die letzten Innenstadtstraßen dran, so die Dimmerstraße, die den Kornmarkt mit dem Großen Markt verbindet.

Das Ergebnis: Einige nahmen das neue Angebot auf der Fahrbahn selbstbewusst an, andere schüttelten darüber nur den Kopf. Denn das, was hier so Knall auf Fall durch die Beschilderung geändert wurde, konnte so schnell niemand nachvollziehen. Bald wurde der Ruf nach mehr Aufklärung durch die Stadt laut (die NRZ berichtete), und so erläuterten die Fachleute aus dem Rathaus an einem sonnigen Morgen das, was sich hier geändert hat. Gestern wurde das vorgestellt, was wirklich hilft: eine Übersichtskarte und Infos zur Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht der Stadt Wesel. Schließlich handelt es sich um eine fahrradfreundliche Stadt.

Vorsichtig oder ambitioniert

Immerhin wird in Wesel jede vierte Fahrt mit dem Fahrrad erledigt, was im Schnitt 60 000 Touren täglich bedeutet. Der Radverkehrsanteil beträgt 28 Prozent. Dieser Entwicklung werde auch mit der Freigabe bestimmter Straßen für Radler Rechnung getragen, sagt der städtische Fahrradbeauftragte Michael Blaess, der den Plan im Beisein von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp vorstellte. Für ihn gibt es nicht mehr den klassischen Radfahrer von einst. Er teilt Radler in drei Gruppen ein. Zum einen seien da die Vorsichtigen, zu denen Kinder und Ältere zählten. Sie fühlten sich auf dem Fahrradweg am sichersten. Dann kämen die ambitionierten Radfahrer, die gern die Straße nutzten, und schließlich die Pedelec-Fahrer. Für alle würde es auf den Radwegen viel zu eng werden, sagt Blaess, der das Thema positiv voranbringen möchte. Und so kommt es, dass nur in kritischen Fällen eine Benutzungspflicht auch weiterhin vorgeschrieben wird.

Was wo möglich ist, zeigt die Faltkarte „Radweg oder Straße? Manchmal haben Sie die Wahl...“ 20 Straßen wurden im vergangenen und in diesem Jahr für den Radverkehr freigegeben: Aaper Weg, Ackerstraße, Am Schepersfeld, Bislicher Straße, Grün-/Blankenburgstraße, An de Tent/Clarenbachstraße, Feld-/Rudolf-Diesel-Straße, Fischertorstraße/Rheinpromenade/Römerwardt/Auedamm, Friedenstraße, Hamminkelner Landstraße, ein Teil der Julius-Leber-Straße, Kolpingstraße, ein Teil der Konrad-Duden-Straße, Kreuzstraße, ein Teil der Mühlenfeldstraße und ein Teil Auf dem Steinberg, Pastor-van-der-Giet-Straße, Dimmerstraße/Magermannstraße/Esplanade/Wallstraße, Pastor-Boelitz-Straße und Herzogenring.

75-prozentige Förderung

Der Plan ist in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen. Die Kosten von 3000 Euro werden zu 75 Prozent von der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte getragen. Die Karte ist gratis bei der Stadtinformation am Großen Markt erhältlich.

 
 

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