Planschen für den guten Zweck

So ähnlich könnte es auch im Rheinbad aussehen, wenn sich beim „Dog Nose Day“ die Hunde ins Becken wagen.
So ähnlich könnte es auch im Rheinbad aussehen, wenn sich beim „Dog Nose Day“ die Hunde ins Becken wagen.
Foto: WP
Im September, nach Ende der regulären Saison, sind vierbeinige Gäste im Rheinbad Wesel beim „Dog Nose Day“ willkommen.

Wesel..  Eigentlich ist das Rheinbad eine hundefreie Zone - und zwar komplett. Grundlegend anders wird das am „Dog Nose Day“ aussehen: Wenn die regulären Badegäste das Wasser schon geräumt haben, öffnet das Freibad seine Türen für vierbeinige Gäste.

Initiiert haben den Hundeschwimmtag der Futtermittelhersteller Dr. Clauder’s und die Städtischen Bäder: „Vorher wird das Wasser entchlort, damit die Hunde da auch problemlos reinkönnen“, erklärte Anja Kirsch von der Firma Dr. Clauder. Dafür werde dem Wasser ein Zusatz beigemischt, der das Chlor neutralisiere.

Hundeschwimmtage gibt es immer öfter, in der Nachbarschaft zum Beispiel in Dinslaken-Hiesfeld, dort bereits zum zweiten Mal: „Da haben wir uns gedacht, das klappt in Wesel auch“, so Kirsch weiter. Auch die Bäder GmbH sei schnell mit im Boot gewesen „um etwas auf die Pfoten zu stellen.“ Dr. Clauder’s werde sich vor allem um das Programm kümmern, die Bäder um die Logistik und das Drumherum. Anja Kirsch ist auf jeden Fall angetan von dem, was die Gäste am 12. September im Rheinbad erwartet: Es werde ein Bühnenprogramm geben, unter anderem mit dem VOX-Berufscholeriker Detlev Steves und seinem Hund Kai Uwe und dem 90er-Star Oli P.

Aber auch für Hundehalter, die nicht viel mit Show anfangen können, werde es Alternativen geben - Infostände rund um die Hundehaltung, eine Koch-Show für Hunde (ja, auch das gibt es schon) und sogar ein Schwimmlehrer werden vor Ort sein: „Schließlich ist ja nicht jeder Hund eine Wasserratte.“

Beim „Dog Nose Day“ soll es aber nicht nur um den Spaß gehen: „Wir haben uns Gedanken gemacht, was wir machen können“, erzählte Kirsch. Herausgekommen ist dabei, dass die Einnahmen des Tages an das städtische Tierheim gespendet werden.

Einnahmen gehen ans Tierheim

Gabi Wettläufer freute sich sehr, als sie die Nachricht erreichte: „Wir brauchen hier wirklich jeden Cent zum Renovieren“, sagte die Leiterin der Einrichtung. Seit viereinhalb Jahren arbeiten sie und Kollegen jetzt auf einer Baustelle, „da hat man doch so langsam den Papp auf.“ Immerhin sei langsam Licht am Ende des Tunnels zu sehen: Es gebe nur noch drei Großbaustellen im Heim. Aber die werden noch einmal richtig teuer: „Zwingend vorgeschrieben ist ein Tierarztraum. Da müssen natürlich diverse Vorschriften eingehalten werden“ - und das kostet. 10000 bis 15000 Euro habe sie dafür einkalkuliert.

Danach blieben nur noch zwei Projekte übrig: Ein Mehrzweckraum, der allen Tierarten gleichermaßen Unterkunft bieten soll: „Manchmal haben wir unendlich viele Katzen, dann wieder viele Kaninchen oder Hunde. Dann könnten wir darauf reagieren.“

Zuletzt blieben dann noch die Böden im Gästetrakt, die dringend nach Erneuerung schreien - verglichen mit dem Rest ist das ja dann fast eine Kleinigkeit: „Aber auch bei Kleinigkeiten sind wir hier dauernd auf neue Baustellen gestoßen“, blickte Wettläufer auf die letzten Jahre zurück.

Die Früchte der Arbeit sind im Tierheim sichtbar: Die alten Käfige der Kaninchen sind offenen Boxen gewichen, die Eisentüren der Hundeboxen wurden durch Glas ersetzt - insgesamt wirken alle Unterkünfte deutlich heller. „Mit den Erlösen vom Hundeschwimmen kommen wir sicher noch ein gutes Stück weiter“, so Wettläufer.

 
 

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