Online-Marktplatz fürs Ehrenamt

Wesel.. Der Seniorenbeirat hat eine Börse im Internet eingerichtet. Ab dem 22. Juni wird die Ehrenamtsbörse freigeschaltet. Die Angebote werden sich nicht nur an Senioren richten, fast jede Art von Ehremant wird vermittelt.

Ein Schüler bietet Mathe-Nachhilfe an und geht, wenn Herrchen oder Frauchen krank sind, mit Hunden Gassi. Eine berufstätige Mutter muss in ihrem Job kurzfristig Termine wahrnehmen und braucht einen Babysitter. Ein Rentner will nicht für sich allein in Büchern schmökern, sondern in einer Schule oder Kita Geschichten vorlesen. So oder ähnlich können sie lauten, die Angebote und Nachfragen, für die es ein neues Internetportal gibt.

Der städtische Seniorenbeirat, der schon längst in seinem Internetcafé die virtuelle Welt erobert hat, erweitert sein Angebot: Er hat eine Ehrenamtsbörse eingerichtet, die freiwillige Helfer und Menschen, die deren Dienste nutzen wollen, zusammenbringt. Und zwar unter www.ehrenamtsboerse-wesel.de. Freigeschaltet wird sie am 22.Juni, wenn die Eröffnung ist.

So viel vorab: Wer die Börse nutzen will, muss sich zunächst registrieren. Anschließend erhält der Nutzer eine E-Mail mit den weiteren Schritten zwecks Aktivierung der Registrierung. Allgemeine Da­ten zur Person sollen nicht automatisch für jeden angezeigt werden.

Menschen zusammenbringen

Nun kann fröhlich in den Angeboten gestöbert oder ein eigenes Inserat aufgegeben werden. Eine Kontaktaufnahme untereinander ist innerhalb des Portals möglich oder direkt zur eigenen Mail-Adresse. Und: Wer ein Ehrenamt nutzt, muss nicht als Ausgleich selbst eins anbieten. Die Börse ist kein Tauschring. Alle Angebote will der Seniorenbeirat auf Seriosität prüfen und darauf, dass sie nicht kommerziell sind.

Als Gertrud Liman (s. Bild) im Februar 2010 Vorsitzende des Seniorenbeirats wurde, hatte sie eine „Stärkung des Ehrenamts“ fest im Blick. Nun hofft sie, dass Menschen „wie auf dem Marktplatz ins Gespräch kommen“. Was früher die Pinnwand im Supermarkt gewesen sei, werde nun mit modernen Medien fortgesetzt. Federführend hierbei war „unser Webseiten-Matador“, so Gertrud Liman. Gemeint ist Eberhard Kiel, der das Internetcafé im Seniorenzentrum „Im Bogen“ an der Pastor-Janßen-Straße leitet.

Mit der Einrichtung der Börse verbindet der Beirat diese Ziele: „Vorhandene Kräfte bündeln, neue Menschen gewinnen und Einrichtungen vernetzen.“ Denn Vereine, Verbände, Schulen und andere können unter dem Stichwort „Aktivitäten“ Veranstaltungen ankündigen.

Der Seniorenbeirat hat die Ehrenamtsbörse aus der Taufe gehoben. Nutzen sollen sie Menschen aller Altersgruppen. „Wir wünschen uns, dass Alt und Jung zusammenkommen“, sagt Beiratsmitglied Marlies Hillefeld, „und dass wir altersübergreifende Projekte auf den Weg bringen.“

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