Neue Radwanderkarte für Wesel und Hamminkeln

Mit dem Quertreiber über die Lippe ist ein besonderes Vergnügen. Es gehört zu einer der angebotenen Rundtouren.
Mit dem Quertreiber über die Lippe ist ein besonderes Vergnügen. Es gehört zu einer der angebotenen Rundtouren.
Foto: WAZ FotoPool
Radeln am Niederrhein macht viel Spaß. Das Radwegenetz ist dicht, die Landschaft flach, und schöne Ziele gibt es reichlich. Das zeigt auch die neue Radwanderkarte des Regionalverbands Ruhr, die für 4,90 Euro im Buchhandel zu haben ist.

Wesel/Hamminkeln.  Wie wäre es am Wochenende mal mit der Schlössertour? Sie ist eine von fünf Routenvorschlägen, die die neue Radwanderkarte des Regionalverbands Ruhr (RVR) enthält und unter anderem am Ringenberger sowie am Diersfordter Schloss vorbeiführt. Oder würde Sie vielleicht mehr die Seentour reizen? Dabei geht es vorbei am Auesee, der in der Erklärung der Karte allerdings als Rheinauesee bezeichnet wird. Schließlich führt die Strecke an den Diersfordter Waldsee und das Schwarze Wasser.

1000 Kilometer durch den Kreis

Irgendwie machen schon die Namen der Radrouten Lust aufs Radeln, das in unserer Region immer beliebter wird. Landrat Dr. Ansgar Müller sprach bei der Vorstellung der neuen Faltkarte im Eiskeller am Schloss Diersfordt von der touristischen Kernkompetenz an der Schnittstelle zum Münsterland, zu den Niederlanden und zum Ruhrgebiet. Es gebe kaum eine andere Region, die über ein derart dichtes Netz an Radrouten verfüge. Allein 1000 Kilometer führten durch den Kreis Wesel. Angefangen bei der Herrensitzroute über die Via Romana bis zur 3-Flüsse-Route. Und sogar solch bedeutsame Strecken wie die Pilgerroute, die von Flensburg nach Aachen führt, sowie die Rhein-Route von der niederländischen Grenze bis zum Bodensee findet man im Kreisgebiet.

Momentan ist der Kreis dabei, die einheitliche rot-weiße Beschilderung zu komplettieren, wobei überlegt wird, ob das niederländische Knotenpunktsystem übernommen werden kann. Davon seien alle immer total begeistert, weil sich Ortsunkundige nur eine Routennummer merken müssen und sich partout nicht verfahren können. Das sieht auch der stellvertretende Regionadirektor des RVR, Martin Tönnes, so. Er sicherte dem Landrat seine volle Unterstützung zu und regte an, gemeinsam Gespräche mit dem Land zu führen. Denn wie immer ist alles eine Frage der Finanzierung.

Die Rückmeldungen der Gäste bestätigten den guten Stand in Sachen Radwandern, sagt Müller und verweist auf den niederrheinischen Radwandertag jedes Jahr im Juli, bei dem bis 30000 Menschen mitmachen und durch 73 Kommunen radeln können. „Das gibt es sonst nirgendwo.“ Auch die eigene Radwanderkarte des Kreises sei beliebt und bundesweit ein Topseller. Die fünfte Auflage der seit 2005 existierenden Karte ist so gut wie vergriffen, die sechste kommt.

Mit den Pedelecs, den E-Fahrrädern, gebe es zudem eine neue Zielgruppe, weiß Müller, und aus den klassischen Tagesausflügen würden immer öfter Mehrtagestouren und verlängerte Wochenenden. Statistisch gesehen gibt jeder Tourist am Tag 75,60 Euro in der Region aus, vor allem in der Gastronomie.

Wer die neue Karte nutzt, kann zwischen fünf Fahrradrouten wählen, die 23 bis 38 Kilometer lang sind, oder sie miteinander kombinieren. Neben zwei Wandermöglichkeiten werden auch die Hamminkelner Nordic Walking-Strecken gezeigt. Egal, wofür man sich entscheidet - alles steht unter der Überschrift Natur und Kultur. Von beidem gibt es reichlich zu sehen. Angefangen von der Lippeaue über die Dünenlandschaft bis hin zur Klosterkirche Marienthal und zum historischen Wasserwerk am Fusternberg.

 
 

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