Nächster Halt: Michpreisdebatte

Auf der CDU-Sommerradtour lernten die Teilnehmer mit Stadtverbandschef Norbert Neß und Bürgermeisterkandidatin Roswitha Bannert-Schlabes die wirtschaftliche Vielfalt ihrer Stadt, aber auch die Nöte der Landwirte kennen.
Auf der CDU-Sommerradtour lernten die Teilnehmer mit Stadtverbandschef Norbert Neß und Bürgermeisterkandidatin Roswitha Bannert-Schlabes die wirtschaftliche Vielfalt ihrer Stadt, aber auch die Nöte der Landwirte kennen.
Foto: Johann Ridder WAZ FotoPool
Auf ihrer Sommerradtour durch Hamminkeln sammelte die CDU gemeinsam mit Bürgern Eindrücke vor Ort.

Hamminkeln..  Rund dreißig politisch interessierte und aktive Radler gingen am Samstag bei der CDU-Sommerradtour schon mal auf Tuchfühlung mit Bürgermeisterkandidatin Roswitha Bannert-Schlabes. Neben der sportlichen Betätigung gab es Informationen über verschiedene Wirtschaftsbetriebe und eben die Kandidatin live zu erleben. „Schon beeindruckend, welche wirtschaftliche Vielfältigkeit die Stadt Hamminkeln so alles zu bieten hat“, stellt ein Mitradler fest. Nach einem Stopp beim fast hundertjährigen Traditionsbetrieb in Hamminkeln, der Obstkelterei van Nahmen, ging es bei der Radtour weiter nach Ringenberg und zu einem Aufenthalt bei der Alpaka-Zucht am Schloss. Bevor es zum gemütlichen Ausklang der Tour kam, schaute der Tross bei Landwirt Jens Buchmann in Brünen vorbei. Ein Hof, der sich im Verbund mit zwei weiteren Betrieben mit Milchproduktion, Stromerzeugung durch Bio-Gas ausschließlich aus eigener Gülle und der Aufzucht von Kälbern sowie der Mästung von Bullen beschäftigt. Kaum waren Roswitha Bannert-Schlabes und die Mitradler angekommen, berichtete der Landwirt von den Herausforderungen und Erschwernissen seines Arbeitsalltages in Hamminkeln und dem Umgang mit der Globalisierung des Milchgeschäftes. Dabei skizziert Jens Buchmann drei Hauptpunkte: Milchpreis, Öffentlichkeitsarbeit und Flächennutzung. Wenn die Inhaltsstoffe der Milch stimmen, bekommt der Milchbauer zurzeit circa 32 Cent für einen Liter Milch (der Grundpreis beträgt aktuell nur 28 Cent) von der Molkerei. „Da bleibt dann keinerlei Gewinn“, ergänzen die Landwirte Johann Rütter und Horst Buchmann im Gespräch. Vor gut einem Jahr lag der Preis bei noch 40 Cent pro Liter.

Gut, dass die Stromproduktion durch Bio-Gas - seit 2013 hat Jens Buchmann die Anlage - eine weitere Einnahmequelle darstellt. Täglich werden so rund 1200 Kilowattstunden Elektrizität ins RWE-Netz eingespeist. „Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft ist wichtig, damit die reale Situation, die oftmals völlig anders ist, als die in den Medien dargestellte Bilderbuchromantik oder Skandallandwirtschaft“, eröffnet Landwirt Jens Buchmann das zweite Thema, das ihm und seinen Kollegen auf den Nägeln brennt.

Brücke am Hanßemannsweg

Im Gespräch wurde auch der Konflikt um die Flächennutzung angesprochen. „Die widerstrebenden Ideen von Naturschutzflächen, landwirtschaftlicher Nutzfläche oder Ausgleichsflächen sollten wieder näher zueinander gebracht werden“, meint der Landwirt. „Es braucht verträgliche Maßnahmen für alle Seiten“, fordert er. Ein „Unding“ sei der aktuelle Zustand der Isselbrücke am Hanßemannsweg. Sie ist gesperrt und kann von den Landwirten, deren Felder auf der anderen Isselseite liegen, nicht genutzt werden. Weite Umwege mit höherem Gefährdungspotenzial für den Straßenverkehr seien die Folge.

„Vor Ort Informationen von den Betroffenen bekommen. Das ist mir wichtig“, erklärt Roswitha Bannert-Schlabes. Auch Rita und Gerd Legeland aus Wertherbruch, die immer bei der CDU-Sommerradtour mitfahren, zeigten sich von den vielfältigen Eindrücken, den anstehenden Herausforderungen und Fragen beeindruckt. Aufgabe des zukünftigen Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin werde es sein müssen, intelligente, zukunftsorientierte politische Lösungsansätze für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Wirtschaft in Hamminkeln zu finden.

 
 

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