Momente, die ans Herz gehen

Die Ellen-Key-Schüler ließen Luftballons in den Weseler Himmel steigen.
Die Ellen-Key-Schüler ließen Luftballons in den Weseler Himmel steigen.
Foto: Funke Foto Services
Die Mädchen und Jungen der Ellen-Key-Schule nahmen Abschied und ließen Luftballons mit persönlichen Wünschen in den Himmel steigen.

Wesel..  Eine gute Ausbildung bekommen, neue Freunde finden, glücklich sein – es sind nun wirklich keine außergewöhnlichen oder hochtrabenden Wünsche, die die Mädchen und Jungen der Ellen-Key-Schule haben. „Wir möchten einfach, dass es für uns gut weitergeht“, sagt etwa die 15-jährige Lea. Denn die gewohnte Umgebung verlassen zu müssen und nicht so wirklich zu wissen, was sie nach den Sommerferien erwartet, das fühle sich richtig blöd an. Immerhin, Lea wird mit ihren Freundinnen Diana, Samantha, Tamara und Elena zusammenbleiben. Geschlossen werden die Mädchen ab Herbst in Voerde zur Schule gehen.

Und nicht nur sie, alle 35 Mädchen und Jungen der Ellen-Key-Schule in der Innenstadt wechseln mit dem Auslaufen der Weseler Förderschule auf die Janusz-Korczak-Schule.

Zwar seien die Einzelheiten noch nicht zu hundert Prozent geklärt, „aber die Stadt hat uns einen geschlossenen Bustransfer nach Voerde zugesagt“, sagt Schulleiterin Kerstin Gelbke-Motte. Diejenigen unter den Schülern mit Lernbehinderungen, die ganz weit draußen wohnen, werden mit dem Taxi in die neue Schule gebracht.

Die Schüler seien also alle untergebracht, die 25 Lehrer werden auf andere Schulen umverteilt. „Es ist alles geregelt“, so Kerstin Gelbke-Motte weiter, auch wenn sie selbst noch nicht ganz sicher weiß, wie und wo es für sie weitergeht. Ein seltsames Gefühl sei es trotzdem, eine Schule abzuwickeln, sagt die Pädagogin. „Es sind hier alle wirklich sehr traurig.“ In den vergangenen Tagen wurde kräftig gepackt, das wird auch noch in den nächsten Tagen so weitergehen.

Gestern versuchten die Lehrer aber erst einmal, ihren Schülern den letzten Tag so schön wie möglich zu gestalten und hatten sich dafür eine ganz besondere Aktion ausgedacht. Die Jugendlichen schrieben ihre persönlichen Wünsche auf kleine Karten, hängten sie an Luftballons und ließen diese in den Himmel steigen. „Ich wünsche euch, dass alle eure Wünsche in Erfüllung gehen“, gab die Schulleiterin ihren Schützlingen mit auf den Weg. „Dass ihr an der neuen Schule glücklich werdet, neue Freundschaften schließt und alte erhalten könnt.“ Zwar sei das Miteinander nicht immer einfach gewesen, aber die Lehrer und Schüler der Ellen-Key-Schule hätten immer Lösungen gefunden.

In Abendgarderobe

Und so sind sie auch mit der Schließung ihrer Schule umgegangen, haben versucht, den Abschied so schön wie möglich zu gestalten. Dazu war die gesamte Schule vor kurzem gemeinsam in Winterberg zu einer Abschlussfahrt. „Da haben wir einen Abschlussball gefeiert, alle waren ganz schick in Abendmode“, erinnert sich Kerstin Gelbke-Motte. „Das war unheimlich schön, aber auch traurig zugleich. Das sind Momente, die ans Herz gehen.“

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