Mittelständler unterstützen Gesamtschule

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Hamminkeln..  Als seinerzeit kontrovers über die Entwicklung der Schullandschaft in Hammminkeln diskutiert wurde, hatte mancher Unternehmer Vorbehalte gegen die Gründung einer Gesamtschule. Woher soll geeigneter Nachwuchs für unsere Betriebe kommen, wenn Haupt- und Realschule, mit denen wir so zufrieden waren, schwinden, fragten sie. „Die Gemüter haben sich mittlerweile beruhigt“, sagt Walter Münnich, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung (MIT) der CDU, der vor Ort 90 Betriebe angehören. Die stünden der Gesamtschule jetzt absolut offen gegenüber, so Münnich. Es gehe um die Sache. Unter anderem um den praktischen Unterricht in den Werkräumen der Schule, für den die Mittelstandsvereinigung 2500 Euro spendierte.

Bohren zu Beginn

Reinhold Thiesen ist Technik- und Physik-Lehrer an der Schule und Vorsitzender der Fachkonferenz. Als gelernter Spitzendreher und Kunststoffschweißer ein Mann der Praxis. Den Fünftklässlern der im Aufbau befindlichen Gesamtschule verhilft er zum Bohrmaschinen-Führerschein. Technische Zeichnungen zu lesen und danach mit der Laubsäge ein Tangram-Spiel anfertigen dient ebenfalls der Hinführung zu technischem Denken und Handeln.

Der Technik-Unterricht hat hier als Schulfach einen hohen Stellenwert und ist nicht mit dem altbekannten Basteln und Werken zu verwechseln. Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse fünf nehmen daran teil. Neben Wirtschaft und Hauswirtschaft ist er Bestandteil des Lernbereiches Arbeitslehre, der als Hauptfach von Jahrgangsstufe sechs bis zehn gewählt werden kann. Zudem gibt es Arbeitsgemeinschaften für Technik für die fünften und sechsten Klassen. Betriebserkundungen der Sechstklässler sollen zwei- oder dreiwöchige Praktika zum Ende des siebten Jahrgangs folgen, weitere später in Klasse zehn. Zu den Neigungsfächern ab Klasse acht könnte auch eine Schülerfirma zählen, sagt Schulleiterin Anette Schmücker.

Die Ausstattung für den Technik-Unterricht wird aktualisiert. Die Stadt als Schulträger hat für neue Werktische und Hocker gesorgt. Einige Werkzeuge sind ebenso neu wie die Absauganlage im Maschinenraum. Die MIT-Spende kommt gerade recht, um vier Biegevorrichtungen anzuschaffen, die für die Kunststoffverarbeitung in Klasse sieben benötigt werden. Auf Walter Münnichs Frage, ob denn noch nicht die aktuelle CAD-Technik eingesetzt werde, lautete Reinhold Thiesens Antwort: „Liebend gern.“ Ein Wink an die MIT, der Schule gewogen zu bleiben...

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