Mit Schritt und Trab aufs Siegertreppchen

Nicht nur der Körperbau, auch die Bewegungen und die Dynamik spielten eine Rolle.
Nicht nur der Körperbau, auch die Bewegungen und die Dynamik spielten eine Rolle.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Stuten- und Fohlenschau des Kreises Wesel auf dem Gutshof Glückauf verzeichnet zehnprozentigen Meldungszuwachs. Sieben Stuten für Elite-Schau qualifiziert

Hünxe.  Sehr gute Ergebnisse, zufriedene Züchter und Organisatoren: Das ist die Bilanz der Stuten- und Fohlenschau, die am gestrigen Donnerstag auf dem Gutshof Glückauf in Hünxe ein sachkundiges Publikum fand. „Das ist eine sehr gute Beteiligung“, sagte Kreistierzuchtberater Ludwig Hermanns über die gemeldeten 80 Warmblutfohlen und rund 30 Stuten. Bei anderen Schauen gebe es „deutliche Rückgänge“, beim Kreis Wesel sei aber eine zehnprozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu sehen.

Seit 1975 gibt es die Schau im Kreis Wesel, seit zwölf Jahren wird sie auf dem Gutshof ausgerichtet. „Die Rahmenbedingungen sind hier spitze“, betonte Hermanns. Rund 25 Helfer, unter anderem vom Kreispferdezucht- und vom örtlichen Fahrverein sowie einige Jugendliche als Pferdeführer, packten mit an, um der Jury gute Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Die Schauleitung hatten Hermann Schult, Vorsitzender des Kreispferdezuchtvereins, Uwe Neuland und Jörg Zahn als seine Stellvertreter sowie Ludwig Hermanns.

Sich der konkurrenz stellen

Als kritische Kommission arbeiteten Martin Spoo – der Geschäftsführer des Rheinischen Pferdestammbuchs moderierte den Tag ebenso launig wie kundig – Theo Leuchten, Herbert Werth und Dagmar Westhoven. Es sei für die Züchter sehr wichtig, „sich der Konkurrenz zu stellen“, sagte Westhoven. Jeder meine, das beste Pferd zu haben. Aber erst der Vergleich erlaube ein Urteil. Dabei sei es entscheidend, niemanden „niederzurichten“, sondern kritisch, aber fair zu bewerten. Professionelle Züchter, aber auch solche aus dem Hobbybereich nahmen an der Schau teil.

Zwei Elemente hatte die Eintragung und Stutenschau am Vormittag. Zunächst begutachtete die Kommission die meist dreijährigen Pferde, die erst einmal ruhig vor ihnen standen. In wenigen Minuten bildeten sich die Gutachter eine Meinung über den Körperbau und die Haltung des Tieres.

Sieben Stuten bei der Elite-Schau

Bewegungsablauf, Dynamik und der Gesamteindruck standen im Vordergrund, als die Pferde im Schritt und Trab an der Kommission vorbeigeführt wurden. „Sieger ist, wer dem Optimum am nächsten kommt“, sagte Hermanns. Sieben Stuten qualifizieren sich für die Elite-Schau im August, wenn die besten Pferde aus den einzelnen Kreisen in den Wettbewerb gehen sollen.

Am Nachmittag waren die Fohlen, zwischen vier Wochen und sechs Monate jung, an der Reihe. „Der Ansatz ist identisch“, erklärte die Prüferin das Wertungsprinzip. Aber wie bei menschlichen Kindern werde dabei viel Rücksicht genommen. Trends ließen sich bereits erkennen, als die Jungtiere an der Seite ihrer Mütter liefen. Nur: Eine gewisse Reife müssten die Fohlen schon mitbringen.

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