Mit einem Glückscent am Revers

Uli und Birgit Schott.
Uli und Birgit Schott.
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Der Hünxer Uli Schott hat in Schermbeck sein eigenes Mode-Label gegründet

Hünxe/Schermbeck..  „Am Ende habe ich mich getraut“, sagt Ulrich Schott. Der 49-jährige Hünxer bietet an der Maassenstraße die erste Herrenmodemarke aus den beiden Gemeinden an, die zudem seinen Namen, trägt – also Uli Schott. Viel berufliche Erfahrung bringt der zweifache Familienvater mit: Zuletzt war er Bereichsleiter für den Einkauf bei Ansons und gehörte der Geschäftsleitung an. Er hatte auch die Verantwortung für die Premium-Geschäfte der Firma.

Dabei erlebte er auch „den Wettlauf um die Eigenmarken“ der verschiedenen Unternehmen. Warum nicht für sich selber eine entwickeln? Diese Frage habe er sich gestellt. Jetzt könne er „normal und einfacher kalkulieren“ und müsse in Schermbeck auch nicht so hohe Mieten zahlen, nennt er zwei Vorteile seiner Selbstständigkeit. Beides soll erschwingliche Preise ermöglichen. Sein neues Geschäft sieht er auch als „Ventil für die Musterteile“, die teuer produziert würden, für die es sonst aber keine Abnehmer gebe. Geschäfts- und gehobenere Freizeitkleidung sind an der Maassenstraße zu bekommen.

„Immer mehr knabbert online dabei“, sagt er über den Trend des Kaufs im Internet. Schott, der im Unternehmen von seiner Frau Birgit und bei den Fotos auf der Internetseite von Sohn Benedikt unterstützt wird, setzt bei seinem Lagerverkauf auch auf den Fair-Play-Gedanken. Produziert werde seine Ware in Portugal. Die Ober- und Futterstoffe, Hosenbunde sowie die Knöpfe für die Anzüge, Sakkos, Hemden und Hosen kommen durchweg aus Italien, Deutschland und teilweise aus Portugal. Die für die Branche vergleichsweise kurzen Wege sparen auch Geld. Mit dem Understatement spielt der Hünxer auch im Namen seines Unternehmens: „Uli Schott. Die unbekannte Marke.“

Bürgermeister Mike Rexforth freute sich bei der Eröffnung des Geschäfts, dass mit Schott innerhalb kurzer Zeit das zweite Geschäft aus Hünxe in die Gemeinde komme. „Herrenoberbekleidung fehlte in Schermbeck“, ergänzt Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch. Dessen Idee, Beratung nach Terminvereinbarung anzubieten, folgte der Unternehmensgründer. „Unser Ziel ist es, das Geld im Ort zu halten“, so Rexforth. Auswahl vor Ort treffen zu können, sei ein großer Vorteil.

„Wir wollen anders sein“, versichert Schott, der neben seiner eigenen Marke auch einen Großhandel mit Textilien, vor allem mit Herrenoberbekleidung, betreibt. Bei der Suche nach einem Logo, Kennzeichen mit Wiedererkennungseffekt, hatte der Unternehmer eine gute Idee: Einen Glückscent bekommen die Käufer als Präsent und Anstecker stets ans Revers geheftet. Schott: „Glück können wir schließlich alle gebrauchen.“

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