Manfred Schramm (Piraten) im NRZ-Interview

Den Surferstrand am Auesee mag Manfred Schramm besonders. Und Sandy scheint es dort auch zu genießen.. Foto : Markus Weißenfels
Den Surferstrand am Auesee mag Manfred Schramm besonders. Und Sandy scheint es dort auch zu genießen.. Foto : Markus Weißenfels
Foto: WAZ FotoPool

Wesel..  Nach CDU-Bürgermeisterkandidat Jürgen Linz stellen wir heute Manfred Schramm von der Piratenpartei im Interview vor. Auch er bewirbt sich um den Chefposten im Weseler Rathaus, genauso wie Norbert Segerath (Die Linke) und Amtsinhaberin Ulrike Westkamp (SPD).

Seit wann leben Sie in Wesel?

Ich lebe seit meiner Geburt in Wesel, habe zwischendurch drei Jahre in Düsseldorf gewohnt.

Mein Lieblingsplatz ist…

zuhause im Garten und der Nordstrand Auesee bei Sonnenuntergang.

Ich mag Wesel weil…

es mir fast alles bietet, was man zum Leben braucht, viel Natur - und weil hier aufgeschlossene Menschen leben.

Seit wann sind Sie in der Partei?

Sympathisant seit 2009, Mitglied seit Anfang 2012.

Warum haben Sie sich für diese entschieden?

Ich engagiere mich in der Piratenpartei, weil hier meine Herzensthemen wie Bildung, Familie, Transparenz und Teilhabe höchste Priorität haben, genauso wie die Verteidigung der Bürgerrechte und der Kampf gegen die Neuentstehung eines Überwachungsstaates. Die Piratenpartei ist eine junge Partei, die strukturell verhindert, dass Menschen an Posten kleben und sich durch zu langen Einfluss von politischer oder sonstiger Macht negativ verändern. Eine Partei, die mutig ist und Visionen hat – auch radikalere. Die Piratenpartei steht für eine internationale Bewegung und für die Vorstellungen einer Generation, die heute in den Räten keine Entsprechung findet.

Haben Sie Ihre Wahl schon einmal bereut?

Nein.

Nennen Sie zwei Dinge, die Sie auf jeden Fall ändern möchten, wenn Sie Bürgermeister werden.

Mehr Transparenz im Sinne von Offenlegung der Entscheidungswege der Verwaltung. Mehr und frühere Bürgerbeteiligung bei den Entscheidungsprozessen, denn es ist unsere Stadt.

Wie wollen Sie sie ändern?

Indem ich Verwaltung und Rat überzeuge, die vorhandenen Möglichkeiten der Gemeindeordnung für Transparenz und Bürgerbeteiligung zu nutzen.

Nennen Sie zwei Bereiche, wo Sie am ehesten sparen würden:

Es gibt nur sehr wenige Bereiche, in der Wesel die Entscheidungshoheit für Kürzungen hat. Einen Rotstift könnte ich frühestens nach intensivem Studium des Haushaltsplans und Beratungen mit den Ressorts und den Bürgern ansetzen.

Wie wollen Sie einen Erstwähler von sich überzeugen?

In dem ich ehrlich zeige, dass mir Wesel und seine Menschen am Herzen liegen und ich als Bürgermeister meine ganze Arbeitskraft, meine Fähigkeiten und mein Herz dafür einsetzen werde, dass Wesel sich für die Menschen und nach ihren Vorstellungen weiter entwickelt.

Warum sollte eine berufstätige Mutter von zwei kleinen Kindern Sie wählen?

Weil ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten die Lebenswirklichkeit und die Probleme von Familien mit Kindern umfassend kennengelernt habe und mich unabhängig von Parteipolitik auf kommunaler und Landesebene für Kinder und Eltern einsetze und schon manches Positive bewegen konnte. Dieses Engagement werde ich als Bürgermeister in Wesel fortsetzen - für bessere Möglichkeiten für Familien und alleinerziehende Mütter und Väter und deren Kinder.

Was dürfen Senioren von Ihnen erwarten?

Senioren sollen in ganz Wesel, also auch in allen Stadtteilen, möglichst selbstbestimmt ihr Leben bestreiten können. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die dafür nötige seniorengerechte Infrastruktur wie Geschäfte für den täglichen Bedarf, Sport-, Kultur- und Freizeitangebote, Busanbindung erhalten bleibt oder, wo sie schon fehlt, wieder hergestellt wird. Neben institutionalisierten Seniorenangeboten werde ich Eigeninitiativen fördern und freue mich auf die Ideen der Weseler aus der Generation meiner Mutter.

Was gefällt Ihnen besonders an Ulrike Westkamp/Jürgen Linz/Norbert Segerath?

Frau Westkamp hat einen langen Atem, Herr Linz kämpft ehrlich und fleißig, Herr Segerath ist ein dufter Typ. Alle drei wünsche ich mir für den nächsten Weseler Rat.

Vervollständigen Sie folgende Sätze:

Die ideale Aue muss…

ein Ort für Erholung, Freizeit und Wassersport bleiben. Die naturverträgliche Nutzung des Auesees hat für mich Priorität. Die Aue ist ein Aushängeschild für Wesel und ein Ort für sanften und ruhigen Tourismus.

Wesels Wirtschaft braucht…

mehr und neue Ideen und mehr Vernetzung zwischen Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und lokaler Wirtschaft, aber auch mit anderen Regionen. Der Blick über den Tellerrand fehlt.

Die Niederrheinhalle wird saniert. Lohnt es sich, so viel Geld in die Halle zu stecken?

Wesel braucht einen Ort für Veranstaltungen im größeren Rahmen und für Veranstaltungen im überregionalen Kontext. Die Niederrheinhalle kann dieser Ort sein. Einer Investition in die Halle muss eine entsprechende überregionale Vermarktung folgen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich schaffe es nicht, mit dem Rauchen aufzuhören.

Auf einer Skala von eins bis zehn – wie aufgeregt werden Sie am Wahltag sein?

Ich schätze, bei 6 oder 7. Unabhängig vom Ergebnis der Ratswahlen und der Bürgermeisterwahl wird die Welt sich aber weiter drehen. Ich bin sehr neugierig, wie die Menschen in Wesel wählen werden und wie die Wahlbeteiligung aussehen wird. Und ich wünsche mir natürlich, dass die Weseler der neuen ernsthaft arbeitenden Kraft, der Piratenpartei, eine Chance geben, für Wesel gut wirken zu können und mir als Bürgermeisterkandidat nicht die rote Karte zeigen.

Wie schätzen Sie Ihre eigenen Chancen ein?

Als Außenseiter zähle ich auf die Stimmen der Menschen, die Wesels Zukunft nicht alleine in der Verwaltung des Status quo sehen, sondern sich eine entwicklungsfähige, offene Stadt mit Ideenvielfalt in Gesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Bürgerschaft wünschen.

 

EURE FAVORITEN