„Man muss kleiner denken“

Pascal Scheidt und Alexander Warmers im Fraktionsraum der CDU im Rathaus.
Pascal Scheidt und Alexander Warmers im Fraktionsraum der CDU im Rathaus.
Foto: FUNKE Foto Services
Pascal Scheidt und Alexander Warmers stehen für eine junge CDU. Ein Gespräch über Mittel und Möglichkeiten

Schermbeck..  Wer sagt eigentlich, junge Leute interessierten sich nicht mehr für Politik? Pascal Scheidt zuckt Aussagen wie diese mit den Schultern und einem Lächeln auf den Lippen weg. Denn er ist mit seinen 25 Jahren nicht nur jung, sondern auch überzeugtes Mitglied der CDU Schermbeck. Und wenn es darum geht, den Altersdurchschnitt der Partei zu drücken, dann ist der Mediaberater nicht der Einzige, der sich daran beteiligt. Mit Informatikkaufmann Alexander Warmers (29) soll Scheidt der von so manchen als Altherrenpartei verhöhnten politischen Vereinigung frischen Wind bringen.

„CDU Schermbeck setzt auf die junge Generation.“ So lautete die Überschrift der ersten Pressemitteilung, die die beiden zu Papier brachten. Mit dieser Premiere stellen sie sich in ihrer neuen Funktion vor. Als Duo sind Scheidt und Warmers nämlich neuerdings Pressesprecher des Gemeindeverbands der Schermbecker CDU. „Wir wollen die Politik der CDU in Schermbeck transparent nach außen kommunizieren und somit alle Bürger, egal ob Jung oder Alt, über politische Themen informieren“, sagt Scheidt.

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So weit das hehre Ziel. Aber wie soll das funktionieren in der Praxis? Mit welchen Themen bekommt man die jungen Schermbecker? Interessieren die sich etwa für die zurzeit auf der CDU-Homepage aktuellste Mitteilung über eine mögliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf Postweg und Dämmerwalder Straße?

„Ich weiß natürlich, dass solche Themen nicht sexy sind“, sagt Pascal Scheidt und grinst. Aber sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass man in seiner Gemeinde politisch konkret mitwirken kann. „Wenn wir mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung Unfälle verhindern können, dann haben wir etwas erreicht“, meint auch Alexander Warmers. „Man muss kleiner denken. Wir verändern nicht die Welt, aber wir können unser Lebensumfeld besser machen.“

„Kleiner denken“ wollen sie auch, wenn es darum geht, jungen Schermbeckern die Politik schmackhaft zu machen und zu zeigen, dass ein Engagement für eine Partei gar nicht so eine große Sache ist wie viele denken. „Wir planen keine riesigen Kampagnen, sondern möchten das lieber auf der persönlichen Ebene kommunizieren“, erklärt Scheidt. „Beim Schützenfest können wir uns zum Beispiel mit anderen gemütlich beim Bier über politische Themen unterhalten. Man muss doch nicht immer über Fußball reden.“ Die Treffen der Jungen Union, deren Vorsitzender Warmers ist, sind für sie ein gutes Beispiel, dass eine solche Parteiwerbung mit persönlicher Note funktionieren kann. „Wenn die Leute einmal ihre Hemmschwelle überwunden haben und mitkommen, dann bleiben sie in der Regel auch.“

Und wie sieht’s mit anderen, moderneren Kommunikationskanälen aus? „Also ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass wir für die Schermbecker CDU einen hippen Twitter-Account machen“, sagt Pascal Scheidt. Während sich die große Ortspartei im Internet auch künftig sachlich und schlicht präsentiert, wollen sie aber für die Junge Union eine peppigere Facebookseite einrichten, auf der auch ruhig mehr diskutiert werden darf.

Das wird allerdings noch dauern. Denn die beiden wollen sich jetzt erst mal in ihren neuen Job als Pressesprecher einfinden. Die Idee kam übrigens von ihnen. „Öffentlichkeitsarbeit macht uns Spaß, wir verstehen uns gut, und da haben wir uns gedacht, dass wir das als Team gut machen könnten.“ Das fanden die erfahreneren CDU-Mitglieder auch – und gaben dem Nachwuchs die Chance. Zumal die Partei vorher gar keinen Pressesprecher hatte.

Und wie sieht’s mit politischen Ambitionen aus? Politik auf Landesebene kann sich Alexander Warmers zurzeit nicht vorstellen. „Ich bin zufrieden damit, in Schermbeck politisch zu arbeiten.“ Und wie wär’s mit dem Bürgermeisteramt? „Och, vorstellen könnte ich mir das schon“, sagt Pascal Scheidt. „Obwohl Politik als Ausgleich zum Job und Hobby mir auch gut gefällt.“ Im Grunde brennt die Frage auch gar nicht so, denn Schermbeck hat schon einen CDU-Bürgermeister – und der ist gerade erst zarte 46 Jahre alt geworden.

 

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