Leerstand auf der Mittelstraße

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Schermbeck..  Wer im neuen Jahr über Schermbecks Einkaufsstraße bummelt, der blickt nicht überall in gut gefüllte Schaufenster. Derzeit gibt es gleich mehrere Leerstände an der Mittelstraße. Die Georgsapotheke und das Geschäft Schuhmoden Stenkamp schlossen zum Jahresende, das ehemalige Schreibwarengeschäft „Ratzefummel“ steht bereits seit langem leer. Und: Die Provinzial-Filiale zog von der Mittelstraße zur Kempkesstege um, örtliche Künstler stellten ihre Werke zuletzt dort aus – weshalb die Immobilie nicht den Eindruck des Leerstands machte.

Wolfgang Lensing, Vorsitzender der örtlichen Werbegemeinschaft, hat die Situation im Blick. Er verweist auf die Folgenutzungen der Apotheke (hier soll es weiterhin ein Angebot aus dem medizinischen Bereich geben) und der ehemaligen Provinzial-Filiale, in die voraussichtlich im Frühjahr eine Podologie-Praxis einziehen soll.

Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen. Beim ehemalgigen „Ratzefummel“ sei eine neue Nutzung derzeit allerdings „nicht abzusehen“.

Sind die Mieten zu hoch?

Aus Sicht der Werbegemeinschaft sei es „eine Katastrophe“, wenn der Einzelhandel einem Dienstleister weiche. „Das macht den Ortskern nicht attraktiver“, meint Lensing. Aber: Er könne andererseits jeden Vermieter verstehen, der einen langfristigen Vertrag eingehen wolle, zumal wenn die entsprechende Nachfrage da sei. Was mit einer Immobilie geschehen solle, sei die freie Entscheidung des Vermieters und Eigentümers.

Für Leerstände gebe es die verschiedensten Gründe, zu hohe Mieten seien keiner davon, erklärt der WG-Vorsitzende. Ansätze, Ansiedlungen gezielt zu steuern, lehnt er deutlich ab. Steuerungs- und Einflussmöglichkeiten bei Leerständen habe die Werbegemeinschaft so gut wie keine.

Sie müsse vielmehr versuchen, über attraktive Veranstaltungen für den Ort zu werben. Wolfgang Lensing meint: Man klage auf recht hohem Niveau. Lensing verweist auf Aussagen auswärtiger Besucher, die den Schermbecker Ortskern und seine Geschäfte lobten.

Konkurrenz im Ruhrgebiet

Mit Blick auf Käufe über das Internet und die Konkurrenz der großen Oberzentren (Beispiel: CentrO oder Essen) sei es eine große Herausforderung, den Einzelhandel zu stärken. „Ein Gesicht sagt mehr als tausend Klicks“ sei in einem Schaufenster an der Mittelstraße zu lesen, erklärt er. Aus seiner Sicht zu Recht. Die fachliche Beratung im Einzelhandel sei immer noch ein ganz wichtiger Faktor, den der Kauf über das Internet in der Regel nicht bieten kann.

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