Landesbetrieb nimmt Tieren ihren letzten Lebensraum

Kahlschlag.  Seit einigen Wochen führt der Landesbetrieb Straßen NRW in Hünxe entlang des Autobahnzubringers L1 Baumpflegemaßnahmen durch. An sich eine lobenswerte Maßnahme, gilt es doch, Gefährdungen zu beseitigen und Strauchwerk abschnittsweise „auf den Stock“ zu setzen, damit dieses nicht von unten her verkahlt. Als aber klar wurde, dass hier ein radikaler Wegschnitt auf Hunderten Metern erfolgt, der vielen Tieren (Bodenbrüter!) ihren letzten Lebensraum nimmt - auf landwirtschaftlichen Flächen haben sie wegen der intensiven Bewirtschaftung keine Überlebenschance - habe ich die Kolonne vor Ort und die vorgesetzte Stelle in Voerde freundlich darauf hingewiesen. Man bedankte sich für den Hinweis, und die Kolonne wurde abgezogen. Dies aber nur vorübergehend, denn sie kamen wieder und setzten den sinnlosen Kahlschlag fort.

Verkehrte Welt: Verkehrsminister Michael Groschek beklagt den Personalmangel beim Landesbetrieb Straßen NRW, und so können viele Millionen dringend benötigte Finanzmittel nicht beim Bund abgerufen werden (Anregung: Überstunden bis zur Personalverstärkung). Auch können wegen fehlendem Personal vielerorts Gefährdungen nicht entschärft und Wildwuchs nicht entfernt werden.

Hier aber wird eine Arbeitskolonne unter Einsatz von viel öffentlichem Geld eingesetzt, um Tieren ihren letzten Lebensraum zu nehmen, und das auch noch vorsätzlich. Wäre es nicht so traurig, man könnte an einen Schildbürgerstreich denken. Wer stoppt diesen Wahnsinn?

Michael Helmich, Hünxe

 
 

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