Ladenbesitzer schlagen Alarm

Danuta und Walter Schweers vom Imbiss am blauen Hahn und Karl-Heinz Lotterjonk von Elektroland möchten gern wieder ihre Tafeln in die Fußgängerzone stellen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Danuta und Walter Schweers vom Imbiss am blauen Hahn und Karl-Heinz Lotterjonk von Elektroland möchten gern wieder ihre Tafeln in die Fußgängerzone stellen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Sondernutzungssatzung ist seit über einem Jahr in Kraft. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp befürchtete einst Probleme mit der Umsetzung. Es blieb ruhig, doch jetzt machen die Händler in den Seitenstraßen mobil. Sie möchten für ihre Läden in der Fußgängerzone werben.

Wesel..  Eine Werbetafel pro Geschäft - mehr ist nicht drin, seit die neue Sondernutzungssatzung der Stadt gilt. Die von manchen auch als Kundenstopper bezeichneten Aufsteller sollen Käufer in die Läden locken, was besonders für Geschäftsinhaber in den Seitenstraßen von großer Bedeutung ist. „Die Stopper sind für uns lebenswichtig“, sagt Monika Pennekamp von „Curiosa“ in der Windstege, doch er wird ihr wie anderen Händlern in den Seitenstraßen verwehrt. Bislang hatte sie ihre Tafel am Rande der Hohen Straße platziert. Doch die Stadtverwaltung verwies auf die Satzung, nach der Aufsteller nur vor dem eigenen Laden platziert werden dürfen. Ähnliche Erfahrungen machten Walter und Danuta Schweers an der Straße Am Blauen Hahn, wo sie einen Imbiss betreiben. Steht der Kundenstopper nicht in der Fußgängerzone, bedeutet das ein Drittel weniger Umsatz, sagt der Inhaber, und seine Frau fügt hinzu: „Die Leute wollen wissen, welches Tagesgericht wir haben.“

Abgeschirmt

Karl-Heinz Lotterjonk und Rosi Möllenbeck vom daneben liegenden „Elektroland“ haben dasselbe Problem. „Wir werden einfach nicht gesehen“. Und wenn die Nachbarn vor ihrem Imbiss im Sommer auch noch Sonnenschirme aufstellen, sind sie im wahren Sinne des Wortes abgeschirmt. Die Geschäftsleute verstehen die Welt nicht, auch nicht den Tipp der Stadtverwaltung, sie könnten ja ein Hinweisschild in den Blumenladen an der Ecke hängen. Erstens schaue dort keiner hin, zweitens sei ihnen dies verwehrt worden, sagt Walter Schweers.

Auch Elke Verlande mit ihrem Geschäft „Firlefanz“ an der Schmidtstraße und Sebastian Hahn vom Restaurant „Nido“ an der Doelenstraße haben ein Problem mit der Werbung. „Firlefanz“ etwa durfte nicht mit aufs Hinweisschild in der Fußgängerzone, weil der Laden hinter der nächsten Querstraße liegt. Zudem beklagt Verlande zusammen mit Hahn die verkehrswidrig parkenden Autos auf der gepflasterten Fläche an der Schmidtstraße. Sie versperrten nämlich die Sicht. Hahn sagt, dass ihm selbst die verkaufsoffenen Sonntage nicht mehr Publikum gebracht hätten, obwohl die Stadt brechend voll gewesen sei.

 
 

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