Klimawandel unter der Lupe

Wesel. Das Berufskolleg Wesel untersucht regenerative Energien sowie ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte: Der Klimawandel ist allgegenwärtig. In der Politik wird er meist unverbindlich diskutiert, Klimagipfel bleiben ergebnislos.

Die Fragen der Energieversorgung einer modernen Gesellschaft sind mit dem Klimawandel eng verwoben. Fossile Energiequellen versiegen, der Energiebedarf wächst. Die Auswirkungen sind an den Preistafeln jeder Tankstelle zu beobachten. Auch der Strompreis steigt stetig. Die Schüler des Berufskollegs Wesel erarbeiteten während ihrer „Klimatage“ zwischen dem 25. und dem 27. Januar Antworten zur nachhaltigen Energiebeschaffung und -einsparung. Am 12. Februar, am Tag der offenen Tür des Berufskollegs, stellen die Schüler ihre Ergebnisse vor.

Innovative Lehre am Weseler Berufskolleg

Die „Klimatage“ veranstaltete das Berufskolleg im Rahmen der Teilnahme an der „Schule der Zukunft“-Kampagne der Natur- und Umweltschutzakademie. „Für uns ist wichtig, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die uns alle in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen werden“, erklärte Schulleiter Günter Kohls.

Das Berufskolleg unterrichtet „ viele innovative Bereiche, die Potenzial für die Zukunft haben“, sagte der Koordinator des Beruflichen Gymnasiums, Dr. Jens Husmann-Driessen. „Wir wollen Innovationen aufzeigen. Ziel ist auch die individuelle Förderung - bildungsgangspezifisch.“

Nachhaltiges, selbstständiges Denken soll den Schülern am Berufskolleg mit dem fächerübergreifenden Projekt vermittelt werden, „verbunden mit einer ganz konkreten Sache“, sagte Kohls.

Kai van Nüß (17) hat mit seinem Elektrotechnik-Leistungskurs den Energiebedarf der Beleuchtung des Schulgebäudes ermittelt. Die Schüler zählten alle Lampen der Schule und führten Messungen des Stromverbrauchs durch. Um den Energiebedarf zu senken, könnten die alten Neonröhren der Schule durch neue LED-Röhren ersetzt werden, erklärte der Schüler. „Die genauen Ergebnisse werden wir auf einer Homepage festhalten“, um sie für jeden einsehbar zu machen, so van Nüß.

Wann lohnt die Photovoltaik?

Mit seinem BWL-Leistungskurs stellte Yannik Maibom (18) eine Kostenrechnung für eine Solarstrom-Anlage auf. Die Schüler untersuchten, „inwiefern sich Kilowatt-Stunden einsparen lassen und ab wann sich eine Photovoltaik-Anlage lohnt.“ Etwa nach zehn Jahren sei es so weit, so Maibom. „Wir haben auch festgestellt, dass manchmal grüner Strom günstiger ist als zum Beispiel RWE.“ Außerdem gäbe es regionale Unterschiede bei den Strompreisen. Der Strom „am Niederrhein ist nicht so günstig.“

Etwa 300 Schüler waren in die „Klimatage“ eingebunden. Sie untersuchten in ihren Projektgruppen Wege der Energieerzeugung und alternative Antriebe für Fahrzeuge, stellten Öko-Bilanzen auf oder setzten sich mit dem Lebensstil der Industrienationen als Ursache für den Klimawandel auseinander.

„Ich habe in so kurzer Zeit noch nie so gute Ergebnisse erlebt“, stellte Husmann-Driessen fest. „So effektiv ist Unterricht selten.“ Das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ ist am Berufskolleg nun fester Unterrichtsbestandteil. „Die Arbeit an diesem Programm ist Standard der Schule geworden und geht damit in alle Bildungswege ein“, sagte Schulleiter Günter Kohls.

 
 

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