Kleinbahn fährt erst im Frühjahr wieder mit Volldampf

Michael Turek
Feldbahn fahren macht Spaß. Aber über den Winter ist erst mal Pause.
Feldbahn fahren macht Spaß. Aber über den Winter ist erst mal Pause.
Foto: WAZ
Vieles haben die Schermbecker Feldbahnfreunde schon erreicht. Sie haben ein Vereinsgelände, eine kleine Strecke, Loks. Und sie haben schon Fahrten zwischen dem Wesel-Datteln-Kanal und Heisterkamp durchgeführt. Aber immer wieder brauchen sie Geduld. Jetzt für ein Artenschutzgutachten.

Schermbeck.  Sie haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen die historische Bahn erhalten, die viele Jahrzehnte zwischen dem Ziegelwerk Iduna-Hall und den Gahlener Tongruben hin und her fuhr. Doch die Feldbahnfreunde Schermbeck müssen weiterhin Geduld aufbringen. Denn immer wieder gibt es Rückschläge, wenn es darum geht, die Strecke vom Kanal bis Heisterkamp und darüber hinaus dauerhaft für Personenfahrten herzurichten. Nun müssen die Feldbahner, die sich in ihrer Freizeit engagieren, ein Artenschutzgutachten vorlegen.

Der Kreis hat dem Verein mitgeteilt, dass ein solches Artenschutzgutachten erforderlich sei. Damit soll geklärt werden, welche Tiere entlang der Bahntrasse leben und welche Vögel dort brüten. Schon im Herbst haben die Feldbahner davon erfahren, gab es einen Ortstermin. Doch im Winter ein solches Gutachten erstellen zu lassen, bringe nichts, erklärt Michael Nienhaus, der dem Vereinsvorstand angehört. Der Gutachter würde dann davon ausgehen, dass ganz viele Vögel entlang der Strecke ihre Nester bauen. Das wäre natürlich zum Nachteil der Feldbahnfreunde. Die Ausgleichsmaßnahmen, die dann erforderlich seien, würden entsprechend umfangreich und teuer. „Deswegen warten wir bis zum Frühjahr mit dem Gutachten“, so Nienhaus. Dann gebe es wieder, welche Tiere wirklich an der Bahnstrecke leben.

Im Zeitplan deutlich zurückgeworfen

Bis das Gutachten vorliegt, darf an der Strecke nichts gemacht werden. Sträucher dürfen nicht beschnitten, Fahrten nicht durchgeführt werden. Sie wächst zu. Die Vereinsmitglieder sind optimistisch, dass mit dem Gutachten die nächste Hürde genommen wird. Aber es werfe den Zeitplan um ein ganzes Jahr zurück, so Nienhaus.

Ist alles in trockenen Tüchern, plant der Verein, bis zu fünf Fahrtage im Jahr anzubieten. Es sei die einzige Strecke, die seit 100 Jahren existiert, und an ihr lasse sich viel Geschichte festmachen, sagt Nienhaus. Mit diesen Argumenten haben die Vereinsmitglieder auch Vertreter der Gemeinde Schermbeck und des Kreises Wesel überzeugt, dass es Sinn macht, die Feldbahn zu erhalten.

Zu tun haben die Feldbahnfreude trotz der Wartezeit genug. Es gibt ja das Vereinsgelände am Hof Haferkamp. Die dort vorhandene Gleisanlage ist erweitert worden. Auf ihr bieten die Feldbahnfreunde Fahrten für Kinder an. Im Frühjahr lädt der Verein zu einer Geburtstagsfeier ein: Eine Lokomotive, die der Verein von der Firma Nels­kamp übernommen hat, wird dann 75 Jahre alt.