Kinder helfen Kindern

Vor der historischen Rathaus-Fassade sangen die Sternsinger zur Gitarrenbegleitung und erreichten so die Besucherinnen und Besucher des Wochenmarktes.
Vor der historischen Rathaus-Fassade sangen die Sternsinger zur Gitarrenbegleitung und erreichten so die Besucherinnen und Besucher des Wochenmarktes.
Foto: FUNKE Foto Services
Caspar, Melchior und Balthasar in mehrfacher Ausfertigung vor historischer Rathaus-Fassade: Großer Einsatz wurde mit Erfolgreicher Sammlung belohnt.

Wesel..  Nach einem Empfang bei Bürgermeisterin Ulrike Westkamp am Freitag wartete am Samstag zur Mittagsstunde das nächste große Ereignis auf die Sternsinger. Sie sangen auf dem Treppchen vor der historischen Rathaus-Fassade für die Markt-Besucher. Caspar, Melchior und Balthasar gab es dabei gleich mehrfach.

Die Kinder und Jugendlichen meisterten das Ständchen mit Bravour - mit der Gitarre begleitet von Pastoralreferent Raphael Günther. Es war ihr Sternsinger-Lied „Stern über Bethlehem“, das sie in diesem Jahr schon vor vielen Türen vorsingen durften. Auch das Aufsagen des Segensspruchs fiel nicht schwer. „Er schenke euch ein gutes Jahr. Das wünschen Caspar, Melchior und Balthasar“, klang es über den Großen Markt.

Aufkleber an gotischer Tür angebracht

Einige Besucher blieben interessiert stehen, auch wenn der Markt aufgrund des regnerischen Wetters nicht ganz so gut besucht war. Wie im vergangenen Jahr schon, durften die Sternsinger auch dieses Mal einen Aufkleber an der gotischen Tür der historischen Rathausfassade befestigen.

Einige Kinder sind schon seit vielen Jahren Sternsinger; für sie war der öffentliche Auftritt erst recht kein Problem. So für den achtjährigen Johannes Jaeger, der schon zum dritten Mal mit von der Partie ist. „Mir macht es immer wieder großen Spaß“, sagte er. Der Regen und die Kälte, die am Samstag leider auf der Tagesordnung standen, störten ihn nicht. In den vergangenen Jahren hat er viel erlebt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Erlebnis: Eine ältere Dame nahm die Sternsinger mit in ihr Haus, zeigt ihnen ihre Krippe und viele Ton-Werke, die sie mit anderen Kindern geschaffen hatte.

Doch es waren auch einige Neulinge unter den Sternsinger-Kindern. Die Schwestern Flora und Rosa Hübert zählten dazu. Für sie war besonders der gute Zweck ausschlaggebend. In diesem Jahr kommen die Spenden einem Projekt zugute, das so betitelt ist: „Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf dem Philippinen und weltweit“.

Ein anstrengender Freitag

Spielerisch wurde den Kindern und Jugendlichen zuvor das Problem der Mangelernährung nahe gebracht. Daran erinnern sich die Kinder noch ganz genau. Willi aus der Fernsehsendung „Willi wills Wissen“ reiste auf die Philippinen und besuchte dort Familien, die unterernährte Kinder hatten. In den Familien dort gibt es hauptsächlich Reis zu essen, wenn sie überhaupt zu essen haben.

Außerdem ging er auf eine Müllhalde, wo Eltern arbeiten können und die Kinder in einem Kindergarten untergebracht werden. Dort bekommen sie, anders als in ihren Familien, gesunde und abwechslungsreiche Kost. „Da gab es dann mal Fleisch, mal Fisch und viel frisches Gemüse“, erinnert sich die elfjährige Flora Hübert. Wie es für sie wäre, jeden Tag Reis essen zu müssen? „Ich glaube, das wäre schrecklich“, denkt sie sich. Umso mehr möchte sie helfen. Auch ihre achtjährige Schwester Rosa findet es sehr wichtig, Kindern zu helfen, denen es nicht so gut geht. Die Beiden sind sich jetzt schon sicher: „Wir machen in den nächsten Jahren wieder mit.“

Durchweg positive Reaktionen

Die Motivation der Kinder und Jugendlichen ist lobenswert, findet die 15-jährige Betreuerin Anne Brömmling, die jahrelang selbst mitgesungen hat. Der Freitag war für alle sehr anstrengend – von halb 10 morgens bis 18 Uhr am Abend liefen sie von Tür zu Tür - da war irgendwann die Luft raus. Die Reaktionen der Bürger seien durchweg positiv gewesen, auch wenn einige die Türe wieder schlossen. „Wir haben viele Zehn-Euro-Scheine, manchmal sogar noch mehr gesammelt“, freute sich Johannes Jaeger über großzügige Spenden für die Mühe der Kinder.

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