Katzen suchen ein neues Zuhause

Wer gerne eine diese Samtpfoten bei sich aufnehmen möchte, sollte sich an das Weseler Tierheim wenden
Wer gerne eine diese Samtpfoten bei sich aufnehmen möchte, sollte sich an das Weseler Tierheim wenden
Foto: NRZ
  • Appell an Katzenbesitzer in Wesel und Umgebung
  • Ideal sind gekennzeichnete und registrierte Katzen
  • Revierkämpfe und Straßenverkehr stellen Gefahren dar

Wesel.  Gabi Wettläufer, die Leiterin es Weseler Tierheims, nahm den Weltkatzentag zum Anlass, um einen Appell an Katzenbesitzer in Wesel und Umgebung loszuwerden: „Lassen Sie Ihre Tiere nur kastriert und durch einen Chip gekennzeichnet und registriert auf die Straße.“

Jede nicht kastrierte Katze mit Freigang trage zur weiteren unkontrollierten Vermehrung und dem damit verbundenen Elend von Katzen bei, so Wettläufer. Nur eine gekennzeichnete und registrierte Katze könne ihren Besitzern umgehend zurückgegeben werden.

Mangelernährung

Das Leben für Katzen in freier Natur, ohne die Fürsorge der Menschen, sei – entgegen oft geäußerten Meinungen – nicht einfach. Oft trifft sogar das Gegenteil zu: Verwilderte Katzen seien stets auf Nahrungssuche und aufgrund ihrer Mangelernährung sehr krankheitsanfällig, außerdem fehlten ihnen trockene Ruheplätze oder Rückzugsmöglichkeiten.

Verletzungen durch Revierkämpfe oder den Straßenverkehr gehören ebenso zu den Risiken eines Streunerlebens, wie die Aufnahme von vergiftetem oder verdorbenem Futter.

Bei den weiblichen Tieren komme noch die zunehmende Schwächung durch sehr frühe Trächtigkeit und mehrere Geburten pro Jahr hinzu.

Und so nehmen die Tierheime wie das in Wesel Katzen auf, die hochtragend von ihren Besitzern ausgesetzt wurden oder aufgefundene, freilebende Muttertiere samt ihren Würfen. Die Versorgung der oft kranken, unterernährten oder hochgradig geschwächten Katzen mit ihren Babys sei jedes Mal ein finanzieller Kraftakt, berichtet die Tierheimleiterin weiter.

Erschwerend komme hinzu, dass der Nachwuchs von verwilderten Katzen scheu bleibt, wenn er in den ersten Lebenswochen keinen Kontakt zu Menschen hat. Entsprechend gering sind dann die Vermittlungschancen.

„Wir fordern bundesweit die Verpflichtung für Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren und registrieren zu lassen“, weist Dr. Jörg Styrie, Geschäftsführer des Bundesverbands Tierschutz, auf die unhaltbare Situation der wachsenden Katzenpopulationen in Deutschland hin.

Kennzeichnungspflicht

In Nordrhein-Westfalen haben mittlerweile 70 Städte ein derartiges Gebot erlassen, dazu gehören Dinslaken und seit Mai auch Voerde. „Wir stehen mit den anderen Städten im Gespräch, um eine einheitliche Regelung der Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zu erreichen“, erklärt Styrie.

Das vom Bundesverband Tierschutz unterhaltene Weseler Tierheim versucht das Katzenelend durch Kastrationsaktionen zu lindern.

Herrenlose Katzen werden auf Industriearealen, brach liegenden Flächen und anderen Rückzugsorten mit Fallen gefangen, kastriert und wieder an den angestammten Plätzen ausgesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass sich dort Menschen bereit erklären, den Tieren Unterschlupf zu bieten.

 
 

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