Jetzt brodelt der Schermbecker für Sundern

Ralph Brodel bei seiner Vorstellung am Mittwochabend in Sundern.
Ralph Brodel bei seiner Vorstellung am Mittwochabend in Sundern.
Foto: WP
Bei der Kommunalwahl 2014 hat es für den SPD-Bürgermeisterkandidaten Ralph Brodel nicht geklappt. Im September versucht er es in Sundern.

Schermbeck..  „Ich brodel für Schermbeck“, steht auf seiner Facebookseite schwarz auf gelbem Grund. Das tut Ralph Brodel, der 2014 für die SPD als Bürgermeisterkandidat antrat, jetzt auch noch - als Ratsherr. Dabei hat der 1962 in Bitburg geborene Kommunalpolitiker seine Fühler bereits vom Niederrhein ins Sauerland ausgestreckt. Er will nämlich nun für Sundern brodeln.

In der knapp 30 000 Einwohner zählenden Stadt im Hochsauerlandkreis mit seinen über 500 Meter hohen Bergen möchte Brodel es erneut versuchen: Am späten Mittwochabend wurde der Genosse von vier Parteien und einer Wählergemeinschaft einstimmig ins Rennen geschickt. Nicht nur die SPD, sondern auch FDP, Grüne, Linke und die Wählergemeinschaft WISU, was für „Wir sind Sundern“ steht, votierten für den 52-Jährigen. Er tritt nun im September gegen die Kandidatin der CDU, Kerstin Pliquett, an.

Brodel war von einer neunköpfigen Zukunfts-Kommission bestimmt worden, in der die oben genannten Parteien vertreten sind. Noch vor seiner unmittelbaren Nominierung hatten die fünf Parteien getrennt getagt und sich dann alle gleich entschieden. Sie wollten nach einer offenbar komplizierten Affäre, in die der Amtsinhaber verstrickt sein soll, unbedingt einen Kandidaten, der von außerhalb kommt. Denn eine juristische Klärung der Angelegenheit steht noch aus. Dem Vernehmen nach soll es um Geldschiebereien zwischen städtischen Gesellschaften gehen. Von Insolvenzverschleppung ist die Rede.

Leitbilder bis 2030

„In Sundern soll es wieder brodeln“, nahm Sunderns SPD-Stadtverbandsvorsitzender Serhat Sariykaya den Schermbecker Faden wieder auf. Das berichtet die dort ansässige Westfalenpost. 40 Minuten lang hatte Brodel den Parteien sein Konzept vorgestellt, in dem der Kommunikationsprofi auf eine Kommunikation über alle Ebenen der Stadt setzt. Anschließend stellte er klar: „Ich ziehe nach Sundern, lege meine Geschäftsführung nieder, auch die Hochschultätigkeit. Meine Familie kommt nach, so schnell, wie es möglich ist.“

Gegen 22 Uhr hieß es dann: „Ralph Brodel ist unser Mann.“ Seine Ziele hat er klar gesetzt. Es soll ein neues Leitbild für 2020, 2025 und 2030 geben, das alle in einem Zukunftsvertrag unterschreiben sollen. Zudem möchte er ein strategisches Grundsatzprogramm entwickeln und eine ständige Erfolgskontrolle etablieren. Darüber hinaus setzt der Schermbecker auf ein modernes Verwaltungssystem sowie einen breiten Dialog mit allen Bürgern und Gruppen.

In Deutschland einmalig

„Diese Zukunfts-Kommission ist in Deutschland einmalig“, schwärmt Brodel, der im Schermbecker Wahlkampf gesehen habe, wie man vieles anpacken und verändern könne. In der Kommission zögen alle an einem Strick. So könne einiges bewegt werden.

Und in Schermbeck? Der Rat wird bei der Wahl Ralph Brodels, der verheiratet ist und eine Tochter hat, ohne ihn auskommen müssen, denn dann hat er seine politische Heimat nach eigener Aussage in Sundern gefunden. Jetzt hofft Brodel, dass dies auch privat der Fall sein wird. Seit fast 20 Jahren lebt er mit seiner Familie in Schermbeck, doch Sundern mit seinen Bergen, Wäldern und Seen reizt ihn sehr, zumal er die Stadt als Wochenendausflügler bereits kennt.

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