Informieren statt blind vertrauen

Bei Schlüsseldiensten empfiehlt die Verbraucherzentrale, auf örtliche Anbieter zurückzugreifen.
Bei Schlüsseldiensten empfiehlt die Verbraucherzentrale, auf örtliche Anbieter zurückzugreifen.
Foto: WP
Das Weseler Team der Verbraucherzentrale legte seinen Jahresbericht vor. Mehr als 6000 Ratsuchende baten um Hilfe bei ganz unterschiedlichen Themen.

Wesel..  Es war ein arbeitsreiches Jahr für die Mitarbeiter der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale an der Wilhelmstraße. Mehr als 6000 Anfragen von Ratsuchenden verzeichnen die Leiterinnen Ursula Möllmann und Karin Bordin in ihrer Statistik für 2014. Hinzu kommen knapp 270 Kontakte auf Veranstaltungen, bei denen die Verbraucherzentrale mit von der Partie war, sowie mehr als 6150 Zugriffe auf die Internetseite. Alles in allem eine stolze Zahl von Menschen aus Wesel und Umgebung, die Hilfe bei ganz unterschiedlichen Themen suchten, wie ein Blick in den am Mittwoch vorgelegten Jahresbericht verrät.

Angebliche Erbschaften

Viele Fragen habe es etwa zu fehlerhaften Widerrufsbelehrungen in Immobiliendarlehensverträgen gegeben, blickt Ursula Möllmann zurück. „Denn wurden Wohnungskäufer oder Bauherren dabei falsch belehrt, können sie den Vertrag unter Umständen lebenslänglich auflösen und müssen dann keine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank zahlen.“

Die Rückforderung von für unzulässig erklärten Bearbeitungsentgelten für Darlehen beschäftigte das Team der Weseler Beratungsstelle vor allem im Herbst und Winter, das ganze Jahr über und auch schon in den Vorjahren waren so genannte Phishing Mails ein großes Thema. „Man sollte einfach nicht aus Neugier jede E-Mail öffnen und schon gar nicht sorglos auf irgendwelche Links klicken“, empfiehlt Karin Bordin. „Man weiß nie, was man sich damit auf den Computer lädt.“ Vorsicht sei auch bei Briefen von ausländischen Anwaltskanzleien geboten, die über eine angebliche Erbschaft informieren. „Wer so ein Schreiben erhält und unsicher ist, sollte sich lieber an uns oder die Polizei wenden statt etwa angegebene Telefonnummern zu wählen.

Vertrauen zählt

Ärger mit überteuerten Schlüsseldiensten beschäftigte die Experten in ihren Beratungsgesprächen ebenfalls. Dieses Thema packte die Verbraucherzentrale im vergangenen Jahr in Kooperation mit der Polizei an und setzte dabei vor allem auf Aufklärung. Ursula Möllmann hat einen einfachen Tipp: „Verbraucher sollten sich einen örtlichen Schlüsseldienst ihres Vertrauens suchen und dessen Nummer immer in der Geldbörse haben.“

Die „Klassiker“ Telekommunikation oder Stromanbieterwechsel waren weitere große Themen.

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