Illusion und Realität

Petra Herzog
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Wesel. In einem offenen Brief an die SPD-Fraktion, die in der vergangenen Woche eine öffentliche Fraktionssitzung zum Thema Auskiesungen abgehalten hatte, appelliert die Bürgerinitiative Eden Rees zum Umdenken.

Auf den ersten Blick könne man zwar verstehen, dass sich gerade die SPD die Angst um Arbeitsplätze in den Auskiesungsunternehmen zu Eigen mache, das Argument relativiere sich aber, wenn man sich bewusst ma­che, dass der Kiesindustrie noch für 30 Jahre Ab­gra­bungsflächen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig würden schließlich Arbeitsplätze in der Landwirtschaft dauerhaft vernichtet. In Rees bedeute dies nach Angaben der Landwirtschaftskammer 24 Ar­beitsplätze pro 100 Hektar.

Durch die Abgrabungen werde die Landschaft unumkehrbar zerstört und unwiederbringbar ausgebeutet - mit allen ökologischen und ökonomischen Nachteilen. Die touristische Folgenutzung be­zeichnet Dr. Leo Rehm vom Verein Eden als Illusion.

Nur ein toter
Baggersee

Bestes Beispiel sei die Ferienpark-Idee in Rees mit dem Namen „Bad Himmelblau“. Davon übrig geblieben sei nur ein toter Baggersee.

Der geförderte Kies werde doch zu 80 Prozent nach Holland gebracht und teilweise sogar in arabische Länder verschifft. Der angedachte Kieseuro könnte etwa die Förderung von Entwicklungen beim Recycling im großen Stil un­terstützen.

Rehm appelliert an die SPD-Fraktion, sich nicht durch vordergründige Argumente vor einen Karren spannen zu lassen. Stattdessen solle sie sich in die Riege derjenigen einreihen, die beim Thema Ab­grabung längst umgedacht hätten.