Hoppeditz erwacht, doch nicht alles lacht

Gute Stimmung, als im Feldmarker Eck Hoppeditz Dieter Jäger (2.v.r.) erwachte. Beim KVC ist man guter Dinge
Gute Stimmung, als im Feldmarker Eck Hoppeditz Dieter Jäger (2.v.r.) erwachte. Beim KVC ist man guter Dinge
Foto: WAZ FotoPool
Die Karnevalsvereine schunkeln sich über fehlende Prinzen, aber nicht so leicht über Probleme hinweg

Wesel/Hamminkeln..  Heute ist der 11.11., und das heißt: Der Frohsinn regiert, die Karnevalisten machen sich warm für ihre neue Session. Tradition - aber wie es scheint, springt Hoppeditz nicht mehr ganz so fröhlich aus seiner Kiste wie einst. Manche Vereine finden kaum noch ein Prinzenpaar, klagen über Kosten und andere Probleme.

Der Single-Trend erfasst nun auch die Jecken-Familie: In Wesel und in Brünen regiert ab sofort allein die holde Weiblichkeit – Prinzessin Anna hier, Prinzessin Vreni dort. In Wesel sei die Situation eine ganz spezielle, sagt Karl-Friedrich Moshövel, Präsident des Weseler Carnevalsausschusses (CAW). Die Kostüme für Prinz und Prinzessin waren besorgt, der Fototermin stand unmittelbar bevor – da sei der auserkorene Prinz kurzfristig abgesprungen. Einen neuen habe man nicht gewollt, weil der dann als „Ersatzmann“ gegolten hätte. Von einem zukünftigen Mangel an Prinzenpaaren könne man nicht sprechen. Und die stark gewachsene Prinzengarde stehe für eine positive Entwicklung.

„WIr alle sind der CAW“

Nicht ganz, wenn man den Informationsabend des CAW vom Freitag zugrunde legt. Von den zwölf eingeladenen Karnevalsvereinen war die Hälfte vertreten. Moshövel wollte deutlich machen, dass der Ausschuss quasi als Dachorganisation für alle Vereine koordinierend zuständig ist. „Jeder, der in einem der Karnevalsvereine Mitglied ist, ist auch automatisch ein Mitglied des Ausschusses“, erklärte er. Aber der CAW werde von den anderen eher als 13. Verein wahrgenommen. „Wir alle sind der CAW“, so Moshövel.

Die Vereine sehen sich mit Problemen der Finanzierung konfrontiert. Sponsoren finden sich weniger, Gebühren für Gema oder die Abnahme der Umzugswagen schlagen zu Buche. Und über die Eintrittsgelder bei Sitzungen lässt sich kaum verdienen. Der Weseler Rosenmontagszug ist nicht allein aus den städtischen Zuschüssen zu finanzieren. Wurfartikel und Preisgelder werden aus eigener Tasche bezahlt.

Die Jugend bröckelt weg

Für bestimmte Aufgaben wie das Eskortieren von Motivwagen finden sich keine Leute. Und Moshövel räumt ein: „Die Jugend bröckelt weg.“ Die engagiere sich vielleicht im Sportverein, lege sich ansonsten aber ungern vereinsmäßig fest.

„Die Situation ist auf keinen Fall leichter geworden“, heißt es bei der jungen Brüner Karnevalsgemeinschaft. Die Firmen im Dorf seien zwar treue Unterstützer, aber es sei „heute schwieriger geworden, Leute zu bekommen“, weniger als früher seien bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen. Das gelte allgemein, auch für andere Vereine. Insofern müsse man „aus allem das Beste machen“ und improvisieren. Gab es im vergangenen Jahr ein Dreigestirn, sei es diesmal eben nur eine Prinzessin. Immerhin habe die im Hofmarschall männliche Begleitung.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung fordert Moshövel, die Konkurrenz unter den Weseler Vereinen (Beispiel: lauter eigene Getränkestände bei den PPP-Tagen) aufzugeben und an einem Strang zu ziehen. „Wenn wir Karnevalisten nicht anfangen zusammenzuhalten und gemeinsam Flagge zu zeigen, sind wir zum Scheitern verurteilt“, malte er ein recht dramatisches Bild.

 
 

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