Hilfe gegen das Hochwasser

Wehlen an der Elbe steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Eine Facebook-Gruppe will helfen.Foto:privat
Wehlen an der Elbe steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Eine Facebook-Gruppe will helfen.Foto:privat
Ehrenamtliche Helfer von DRK, THW, Feuerwehr und einer privaten Initiative sind an die Elbe gefahren, um den bedrängten Menschen in ihrer Not beizustehen. Die Probleme nehmen zu - die Hilfsbereitschaft auch.

Kreis Wesel.. Es war eine kurze Nacht für die DRK-Helfer aus Wesel, Dingden, Rheinberg und Alpen. „Wir waren Sonntag um 1.15 Uhr vor Ort“, berichtet die Weselerin Marlies Fey aus Magdeburg. „Um 2.30 Uhr waren wir in unseren Feldbetten.“

Erst musste noch ein Zelt aufgebaut werden, damit die 44 Helfer übernachten konnten. Inzwischen sind die freiwilligen Frauen und Männer, die binnen weniger Stunden abreisefertig waren, in eine Grundschule umgezogen. Wasserretter sind darunter, Sanitäter und Betreuer, die für die Einsatzkräfte da sind. „Wir versorgen mit der Feldküche derzeit 230 Helfer“, erläutert Frey Sonntag mittag, während eine Helfergruppe die Strapazen der Nacht in den Feldbetten ausschläft. „Die sind groggy....“ Größte Herausforderung dieser Einsätze ist die Logistik. Wo gibt es Trinkwasser, wo bekommen wir den Strom her, sind einige der Fragen. „Die Lage ist chaotisch. Wir warten auf den Hochwasserscheitel, der am Montag kommen soll. Wie hoch, weiß niemand“, so Fey. Doch der Montag bringt auch etwas Erleichterung für sie: Die Geschäfte haben wieder geöffnet, frische Lebensmittel können in den Vorrat kommen.

Das Umspannwerk schützen

Auch fünf Weseler und fünf Schermbecker Feuerwehrleute sind zum Hochwassereinsatz in die Region alarmiert worden - weitere kommen aus Hamminkeln, Hünxe, Voerde und Dinslaken, zusammen 22 Retter. Gegen Sonntag mittag erreichten sie Magdeburg, der Einsatz begann um 14 Uhr. „Ihre Aufgabe ist es, ein vom Hochwasser bedrohtes Umspannwerk zu schützen“, erläutert Robert Meyboom, stellvertretender Dienstgruppenleiter der Feuerwehr Wesel, der einen Draht zu den Rettern vor Ort hat. „Sie verteidigen den Deich, bauen im Zweifel einen Notdeich an einer Bahnlinie.“ Zusätzlich machten sich Sonntag nachmittag noch zwei Trinkwasserspezialisten auf den Weg.

Es fehlt an allen Ecken und Enden - nur an Hilfsbereitschaft nicht: Sieben THW-Leute des Ortsvereins Wesel starteten am Samstag mit einem Mannschaftstransportwagen in das Hochwassergebiet bei Magdeburg. Bei Zwischenstopps in Oberhausen und Bielefeld stießen weitere THW-Helfer hinzu, so dass eine Fahrzeugkolonne Richtung Elbe auf den Weg gebracht war. Ziel der Weseler Helfer war unter anderem ein Schlafsackversorgungsplatz, für den sie Nachschub im Gepäck hatten. Sie lösen Kameraden aus anderen Ortsvereinen ab, die bereits seit einer Woche dort sind.

Den Schlamm besiegen

Eine eher unkonventionelle Hilfe kommt unter anderem aus Hünxe: Silke Zimmermann, Bruckhauser Bewerbungstrainerin, die Düsseldorferin Marie Langer und fünf Männer starteten Sonntag um 16 Uhr mit drei Autos in Richtung Wehlen an der Elbe. Unterwegs hoffen sie noch auf Verstärkung. Wehlen ist die Heimatstadt von Marie Langer, und sie braucht dringend Hilfe. Die Gruppe hatte sich per Facebook organisiert, Schaufeln und Besen gepackt. „Der Schlamm, der nach der Flut zurück bleibt, muss sofort entfernt werden, sonst richtet er großen Schaden an“, sagt Zimmermann. Warum sie das tun? Nach einer Frage in die Runde ist man sich einig. Aus Nächstenliebe. Schließlich kann jeder Mal in Not geraten.

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