Hilfe für Familien

Petra Kuiper
Heinrich Brinkmann und Gudrun Gerwien (beide links) mit den Mitarbeitern Dieter Schmitt, Kerstin Andres, Gabi Schmitt, Johannes Worer, Cornelia Albertz, Michael Pesch und Sabine Horstmann vor den neuen Geschäftsräumen der Gagu-Zwergenhilfe.
Heinrich Brinkmann und Gudrun Gerwien (beide links) mit den Mitarbeitern Dieter Schmitt, Kerstin Andres, Gabi Schmitt, Johannes Worer, Cornelia Albertz, Michael Pesch und Sabine Horstmann vor den neuen Geschäftsräumen der Gagu-Zwergenhilfe.
Foto: Funke Foto Services
Gestern eröffnete das Gagu-Büro „Gemeinsam leben“ seine Pforten in Schermbeck

Schermbeck.  Die Sonne lachte mit dem Gagu-Zwergenmännchen um die Wette, das jetzt das Schaufenster an der Mittelstraße prägt. Auch drinnen sah man in durchweg vergnügte Gesichter. Alle waren gekommen. Wolfgang Lensing als Vertreter von Werbegemeinschaft und Volksbank. Heike Schüring, mit ihrem Reisebüro langjährige Vormieterin, Vize-Bürgermeister Engelbert Bikowski, der den Neu-Anliegern eine weiße Orchidee überreichte. Mitarbeiter, Angehörige, Freunde, Freundesfreunde und St.-Ludgerus-Pfarrer Klaus Honermann.

Der Bedarf steigt ständig

Seine Worte waren es auch, die sich am gestrigen Tag vielleicht am intensivsten einprägten. „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, werden wir die Welt verändern.“ Was für ein schönes Grußwort für den Start einer Jugendhilfeeinrichtung wie dieser.

Viele Wochen Renovierungsarbeit hat es gedauert und jede Menge ehrenamtliche Kraft gekostet, gestern konnte die Gagu-Einrichtung „Gemeinsam leben“ ihre Räume an der Mittelstraße eröffnen. Hier besitzt die Initiative ab sofort eine feste Firmenadresse. Mit dem Beratungsangebot habe man die Familien- und Jugendhilfe auf ein festes Fundament gestellt, sagte Gudrun Gerwien, Initiatorin der Gagu-Zwergenhilfe, bei ihrer Eröffnungsrede. Aber sie und ihre Ehrenamtler standen an diesem Vormittag nicht im Mittelpunkt. Und so übergab sie schnell an Heinrich Brinkmann, der „Gemeinsam leben“ künftig leitet: „Lieber Heinrich, wir brauchen deine Kompetenz und den Menschen Heinrich Brinkmann.“

Entsprechend gerührt übernahm der 52-jährige Rekener Pädagoge und Diplom-Betriebswirt das Wort. „Wenn man ein Angebot von ‘Gagu’ bekommt, kann man nicht ablehnen“, sagte er. Er sehe es als Verpflichtung an, den guten Namen in die Kinder- und Jugendhilfe hineinzutragen. Kein einfacher Job angesichts aktueller Herausforderungen wie etwa dem Zustrom von Flüchtlingskindern, sagte Brinkmann. Aber auch unabhängig davon steige der Bedarf an ambulanten Jugendhilfeleistungen stetig an.

Direkter Partner sind die Jugendämter, die „Gemeinsam leben“ Klienten zuweisen, gestern schaute bereits die Leiterin des Jugendamtes Oer-Erkenschwick vorbei, um zu gratulieren. Mit dem Jugendamt des Kreises Wesel laufen gerade Gespräche über die künftige Vernetzungen. Auch Dorsten und Marl zählen zum Einzugsgebiet, das Brinkmann und sein Team künftig betreuen.

18 Mitarbeiter hat Brinkmann in Schermbeck, durchweg Fachkräfte, vom Psychologen über den Heilpädagogen und den Erzieher bis zum Familienpfleger und Integrationshelfer. Zu den Aufgaben des Teams zählt die schulische Integration hilfebedürftiger Kinder ebenso wie die Familienhilfe, außerdem starten soziale Gruppenangebote für kleine Menschen und Kurse einer Elternschule. Was das Thema Begleitung junger Flüchtlinge betrifft, knüpft Brinkmann gerade den Kontakt zum Netzwerk Schermbeck. „Wir gucken, wo wir da helfen können.“