Hier haben Tiere und Pflanzen Vorrang

Bettina und Gregor Alms vor ihrem Teich in ihrem Naturgarten. Fotos: Johann Ridder
Bettina und Gregor Alms vor ihrem Teich in ihrem Naturgarten. Fotos: Johann Ridder
Foto: Johann Ridder WAZ FotoPool
Gregor Alms hat sich einen Jugendtraum erfüllt: In seinem Naturgarten wächst, kreucht und fleucht es.

Wesel..  Der Blick vom Teich Richtung Xanten ist einzigartig. Er schweift über die Felder Richtung Bislich und erfasst die Weite und Schönheit der niederrheinischen Landschaft. „Im Winter, wenn die Bäume keine Blätter haben, können wir den Xantener Dom sehen“, sagt Gregor Alms, der sich hier eine Art Jugendtraum erfüllt hat. Schon immer hat sich der Bankberater für Pflanzen und Tiere interessiert, und so war es gar keine Frage, dass sein Grundstück einmal viel Platz für beides bieten soll.

180 Quadratmeter groß ist das Gewässer, an das man nicht so ohne weiteres heran kommt. Zu dicht ist der Bewuchs rundherum. Doch das soll so sein, denn die Tiere sollen Priorität haben, wie es der 56-Jährige ausdrückt.

Ringelnatter und Fledermaus

Normalerweise stimmen jetzt die gut 100 Wasserfrösche ihr Konzert an, doch sie bleiben stumm. „Das liegt bestimmt am Wetter“, mutmaßt der Naturliebhaber, der sich beim Naturschutzbund engagiert und nur unweit seines Hauses beim Aufbau der Naturarena an der Straße Auf dem Mars tatkräftig mithilft. Egal, es gibt ja noch genügend andere Tiere, die sich hier tummeln. Schleiereule und Turmfalke haben schon mehrfach in den am Hausgiebel angebrachten Kästen genistet. Diesmal zwar nicht, doch vielleicht im nächsten Jahr wieder. Auch in der Nisthilfe für Störche hat sich noch nichts getan, wenngleich ein Meister Adebar schon Interesse bekundet hat und erste Äste heranschaffte.

Die Ringelnatter lässt sich dagegen regelmäßig sehen. Manchmal sogar auf der Terrasse, was Bettina Alms noch toleriert, aber ins Wohnzimmer sollte sie nicht unbedingt krabbeln. Da hat sie schon mehr ein Herz für die Fledermäuse, die zuhauf auftreten und unter der Metallleiste am Wohngebäude ihren Platz haben. „200 Mücken pro Nacht vertilgt eine Fledermaus“, freut sich Gregor Alms, der von 37 Tieren ausgeht. Deshalb werde man nur selten von den Plagegeistern gestochen. Auch die Obstplantage mit Streuobst und vielen alten Apfelsorten und Zwetschgen gehört zum Stolz der Alms’. Der Rheinische Pfannkuchenapfel wächst und gedeiht genauso wie der bekannte Boskop und der weniger bekannte Jakob Lebel. Im vergangenen Jahr wurde ein Exemplar mit sage und schreibe 720 Gramm geerntet, sagt Bettina Alms.

Während am Teich Wasserdost, Fieberklee, Sumpfschwertlilie und Mädesüß das Bild bestimmen, geht es ein Stückchen weiter deutlich rustikaler zu. Brennnesseln, zum Teil mehr als hüfthoch, erschweren den Weg für den Menschen, der hier ohnehin nichts zu suchen hat. Dafür freuen sich Admiral und Tagpfauenauge. Die beiden Schmetterlingsarten benötigen die Pflanze für die Eiablage und als Nahrung. Auch ein Steinhaufen für die Ringelnatter wurde geschaffen. Und die Vögel fühlen sich ebenfalls äußerst wohl, was ihr emsiger Gesang zu beweisen scheint.

Frösche mögen Musik

Wenn man partout die Frösche zum Quaken bringen will, gibt es eine Methode, die garantiert wirkt, wie Bettina Alms versichert. Die 47-Jährige ist Musikerin und gibt in ihrem Haus Flötenunterricht. Wenn der beginnt, dann stimmen die Wasserfrösche ein - ganz egal, wie das Wetter auch immer sein mag...

NATURARENA GIBT ANREGUNGEN

Wer wie Familie Alms einen Naturgarten hat, hat in der Regel auch ein Stückchen Grün, das einem normalen Hausgarten gleicht und an die Terrasse grenzt. Nicht nur auf einem so großen Grundstück wie in Bislich kann Flora und Fauna etwas Gutes getan werden; das funktioniert auch schon im Kleinen. Wie das geht, vermittelt der Naturschutzbund in der Naturarena, Auf dem Mars in Bislich. Dort gibt es zum Beispiel Streuobstwiesen, Naturteiche, Trockenstandorte, Schmetterlings- und Feuchtwiesen und anderes mehr.
Besichtigt werden kann die Naturarena nach vorheriger Anmeldung bei der NABU-Kreisgruppe Wesel, die im Naturschutzzentrum am Freybergweg ihren Sitz hat. Sie ist zu erreichen unter Tel. 0281/1647791.

Auch im Netz können Sie mehr erfahren: www.nabu-wesel.de

 
 

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