Heute hier, morgen dort, übermorgen vielleicht in Wesel

Monika und Michael Wiederhake aus Hilden macht es nichts aus, wenn es kühl wird. Das Ehepaar ist das ganze Jahr über unterwegs.
Monika und Michael Wiederhake aus Hilden macht es nichts aus, wenn es kühl wird. Das Ehepaar ist das ganze Jahr über unterwegs.
Foto: FUNKE Foto Services
Wohnmobilfans lieben den Niederrhein – und machen immer wieder gern Station in Wesel. Der Stellplatz an der Rheinpromenade ist besonders beliebt.

Wesel.. Mit dem Wohnmobil die Welt erkunden. Für viele ist genau das das Synonym für Freiheit und Unabhängigkeit. Heute hier, morgen dort. Aber nicht alle zieht es in die weite Welt. Etliche bleiben in Deutschland und der Niederrhein bietet für Wohnmobil-Fans genau das richtige Umfeld. Egal ob aus dem Ruhrgebiet, Süddeutschland oder den Niederlanden – Treffpunkt Rheinpromenade.

Schnuckelige Städte

So zum Beispiel für das Ehepaar Monika und Michael Wiederhake aus Hilden. Die beiden lieben den Niederrhein mit seiner flachen Landschaft, die zum Fahrradfahren anregt, und seine Menschen, den Rhein und die kleinen schnuckeligen Städte. „Es ist einfach ideal für einen Kurzurlaub“, bestätigt Michael Wiederhake. Die beiden haben es sich gemütlich gemacht, an diesem Vormittag auf dem Stellplatz an der Rheinpromenade.

Zwei Klappstühle stehen vor dem Mobil, zwei Tassen mit heißem Inhalt und ein Buch liegen bereit. Die Sonne scheint, doch es ist schon kalt geworden. Das stört das Ehepaar wenig. Man ist hart im Nehmen. „Wir fahren das ganze Jahr über“, erzählt Monika Wiederhake. Im Winter ohne Fahrrad. Dann ist es wichtig, dass der Stellplatz nah zur Stadt liegt, damit Besorgungen auch zu Fuß erledigt werden können.

An diesem Morgen waren sie allerdings schon mit dem Rad unterwegs. Bis nach Bislich zur Fähre. „Da war schon recht viel los“, erzählen sie. In diesem Jahr sind die Wiederhakes das dritte Mal in Wesel, seit Donnerstag. „Freitag war es hier sehr voll“, erzählen sie. Der Platz so nahe am Rhein gefällt ihnen. Er bietet alles, was das Herz eines Wohnmobilfahrers begehrt. Strom, eine Entsorgungsmöglichkeit für die Toilette, sogar eine Duschmöglichkeit – und einen netten Platzwart. Das alles für neun Euro am Tag. „Wir brauchen nicht viel“, betont das Ehepaar.

Reisetagebuch

Ganz ähnlich sehen es auch Doris und Heinz Leiendecker aus Koblenz. „Wesel war für uns so erst mal kein Begriff“, sagen sie. Dann sind sie vor zwei Wochen hier vorbeigekommen und haben eine Nacht verbracht. Anschließend ging es weiter Richtung Norden. Jetzt, auf der Rückfahrt sind sie wieder da. „Wir fahren immer so 150 bis 200 Kilometer“, sagt Doris Leiendecker.

Die Zeit, in der sie lange Strecken am Stück gefahren sind, ist vorbei. Die 72-Jährigen wollen etwas vom Land sehen, nicht nur an Städten vorbeifahren, sondern sie auch erkunden. „Ich führe ein Reisetagebuch, um den Überblick zu behalten“, sagt sie. Im Frühjahr, wenn es sie für ein paar Wochen nach Italien an den Gardasee verschlägt, dann legt das Ehepaar mindestens fünf Zwischenstopps ein, um auch ein bisschen was zu sehen. „Wer weiß, wie lange wir das noch können“, betont sie. Von ihren Nachbarn und Bekannten hören sie oft: „Ihr habt es doch so schön zuhause, warum fahrt ihr immer weg.“ Aber für das Ehepaar steht fest, solange sie können, werden sie mit dem Wohnmobil unterwegs sein. Sie kennen inzwischen viele Ecken Deutschlands, möchten aber auch noch mal ins Ausland, nach Spanien oder Italien.

„Ich verspüre da so einen Drang“, beschreibt Doris Leiendecker ihre Reiselust. Früher seien sie auch in die Niederlande gefahren, aber dort fehlt es ihnen an Stellplätzen. „Die sind ja alle hier“, meinen die beiden lachend. Seit zwanzig Jahren verbringen sie so die Monate von April bis Oktober auf der Straße und in den Städten unseres Landes. Ihr ganzes Leben schon dabei: der elfjährige Mischling Dorle.

 
 

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