Großes Projekt füllte kleine Kirche

Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann

Wesel.  „…denn ihrer ist das Himmelreich“ war das Motto einer Benefizveranstaltung des Chorprojekts 2012 am Sonntag in der Bislicher Kirche St. Johannes. Eine große Anzahl Mitwirkender in einer kleinen Kirche - das war ein Experiment, das jedenfalls in großen Teilen aufging.

Der Chor der Kirche hatte im Sommer zur Teilnahme an diesem Projekt aufgerufen. Kirchenmusikerin Barbara Hochgürtel übernahm die verantwortliche musikalische Leitung.

Beeindruckendes Bild

Den September hindurch hatte der neu formierte Chor eifrig geprobt (die NRZ berichtete ausführlich). Er war zuletzt auf über 60 Mitwirkende angewachsen. Hinzu kamen am Sonntag 30 Instrumentalisten. Das waren unter anderen das Streicher-Ensemble der Cadet-Haldern Strings, Bläserinnen und Bläser des Bislicher Blasorchesters, Stephan Dreizehnter, 1. Soloflötist der Duisburger Philharmonie, sowie E-Gitarren, E-Piano und Schlagzeug.

Die insgesamt über 90 Mitwirkenden nahmen vor dem wunderbar filigranen Langenberg-Altar einen großen Raum ein. Angestrahlt von der untergehenden Sonne, war dies ein beeindruckendes Bild. Pfarrer Stefan Sühling begrüßte die Gäste in der bis hin zum allerletzten Platz gefüllten kleinen Dorfkirche. „Ich freue mich auf neue Melodien, die zeigen können, dass der Himmel sich anders anfühlt als man es gewohnt ist“ , sagte er.

Neue geistliche Musik

Neue geistliche Musik stand auf dem Programm, die nicht nur durch eine kleine Band – wie man es vielleicht kennt –, sondern durch ein Orchester begleitet wurde. Das erwies sich als große Herausforderung in der kleinen Kirche, die es fast unmöglich machte, feine Nuancierungen der einzelnen Lieder zu unterscheiden. Besonders, wenn das Schlagzeug und die elektrischen Instrumente hinzu kamen. In diesen stark rhythmischen Teilen des Programms hatte es der eigentlich stimmgewaltige Chor schwer, die Gesangspartie in den Vordergrund treten zu lassen. Dagegen erwies sich die Hall verstärkende Atmosphäre bei den leiseren Stücken wie „Wer, wenn nicht du?“ oder „Gott hat mir einen Engel gesandt“ als gute Unterstützung. Hier entfaltete sich das gesamte Klangspektrum des Chores und wurde durch die exzellente Klarinette von Stephan Dreizehnter und die sanften Streichersätze unterstützt.

Die Besucher wurden am Ende zu einer Spende aufgerufen. Der Erlös, dessen Höhe gestern noch nicht konkret feststand, kommt auf jeden Fall der Bislicher Grundschule am Deich zu Gute.

 
 

EURE FAVORITEN