Gesalzener Schub für Stadthafen?

Ein Schub für den Neustart des Weseler Stadthafens? In diesen Tagen fallen wichtige Entscheidungen.
Ein Schub für den Neustart des Weseler Stadthafens? In diesen Tagen fallen wichtige Entscheidungen.
Foto: www.blossey.eu

Wesel..  In dieser Woche entscheidet sich wohl, ob die Firma Esco in Borth den Neustart für den Weseler Stadthafen beflügelt. Verlagert sie den Umschlag von über 300 000 Tonnen Salz hierhin, würde dies „sechsstellige Beträge“ an Einnahmen bedeuten.

Das jedenfalls erhofft sich Jens Briese, Geschäftsführer der neuen Hafengesellschaft Deltaport. Eine feine Sache wäre dies angesichts der Ausgaben, die insbesondere für die neue Kaimauer anfallen. Briese berichtete dem Ausschuss des Kreises für Kreisentwicklung und strukturellen Wandel auch über die neuen Aktivitäten für die anderen beiden Häfen des Verbundes.

Während die Auftragsvergabe für den Bau der Kaimauer im Stadthafen unmittelbar bevorsteht (auch der angrenzende Bereich wird erneuert, die alten Kräne verschrottet), geht es für den Rhein-Lippe-Hafen zunächst um eine Genehmigung für den Bau einer Kai-Anlage. Briese hofft, dass sie Ende nächsten Jahres vorliegt. Mit dieser Option sollen Unternehmen für eine Ansiedlung gewonnen werden. Motto: Wenn ihr kommt, bauen wir die Kaimauer nach euren Wünschen. Die Stärke dieses „Universalhafens“, in dem mit den zwei verbliebenen Tanks immerhin 800 000 Tonnen Schiffsumschlag erzielt werden, sind seine rasch verfügbaren Flächen. Potenzial eventuell für das Sortieren von Containern (MegaHub), aber das sei derzeit nicht mehr als eine Idee, so Briese. Die Firmen TanQuid und GS-Recycling sind Nutzer, und das Umkoppeln von Schiffsverbänden mit jährlich einer bis anderthalb Millionen Tonnen Kohle von Rotterdam für das Kraftwerk in Lünen sorgt für weitere Belebung.

Nachteil dieses „Ölhafens“ neben der fehlenden Kaimauer: Es gibt keinen Bahn-Anschluss. Deltaport hat eine Gruppe aus Praktikern engagiert, Rentner mit viel Erfahrung aus dem Hamburger Hafen, wie Briese sagt, die gemeinsam mit einem jungen Ingenieur in Sachen Bahn-Anschluss herausfinden sollen: „Geht oder geht nicht“. Insgesamt sollen sie die Frage des Betuwe-Anschlusses prüfen. In zwei Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen. Während Briese den Wasseranschluss der Häfen mit „eins plus“ und den über die Straße mit „zwei bis zwei plus“ bewertet, kommt die nicht elektrifizierte Bahn schlechter weg. Aber die Anforderungen zu erfüllen sei auch da machbar.

So im Emmelsumer Hafen, wo der Container-Logistiker Contargo die Terminal-Fläche gegenüber Sappi übernehmen will. Sie wird komplett erneuert. Der Kran ist noch funktionsfähig. Briese hofft auf eine Vertragsunterzeichnung im September. Mitte 2015 soll das Terminal voll funktionsfähig sein. Am Westkai gibt es nach Zahlungsrückständen und Zwangsversteigerung eines Unternehmens zurzeit Ertragsausfälle.

 
 

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