Gegenwind

Das Windrad in Gahlen dreht sich schon länger. Bald sollen weitere folgen – in Rüste und Lühlerheim. Sehr zum Ärger der Menschen, die dort wohnen.
Das Windrad in Gahlen dreht sich schon länger. Bald sollen weitere folgen – in Rüste und Lühlerheim. Sehr zum Ärger der Menschen, die dort wohnen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Protest gegen geplante Anlagen in Rüste und Lühlerheim ist Thema im Schermbecker Planungs- und Umweltausschuss.

Schermbeck..  So üppig sind die Unterlagen für den Planungs- und Umweltausschuss selten. Es ist vor allem der Tagesordnungspunkt Windenergie, der diesmal reichlich Papier füllt. Die geplanten Windräder sorgen für Wirbel. Ganz besonders bei den Bürgern, die nah an den Flächen in Rüste und Lühlerheim wohnen. Ihre Meinung zu den Windkraftplänen haben sie der Gemeinde im Rahmen der „Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung“ schriftlich mitgeteilt.

Viele sorgen sich um die eigene Lebensqualität und Gesundheit, die sie durch die riesigen Windräder vor der Haustür beeinträchtigt sehen. Angst vor der Belästigung durch „Geräusche und Schallwellen“ hat zum Beispiel eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Andere beklagen die Schlagschatten, die Gefährdung der Vögel und Fledermäuse, den Wertverlust der eigenen Immobilien. Manche haben sich rechtlichen Beistand geholt und ihre Einwände von Anwälten verfassen lassen.

Die Sachbearbeiter der Gemeinde haben zu jedem der Briefe zwar einen ausführlichen Kommentar verfasst, der Tenor bleibt dennoch, dass die meisten Bedenken nicht berücksichtigt werden. Die Empfehlung an die politischen Entscheider lautet als Beschlussvorschlag in der Vorlage überwiegend: „Der Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Gemeinde Schermbeck beschließt der Anregung nicht zu folgen.“

Auch das Planungsbüro Wolters Partner hat die Beteiligung zur Kenntnis genommen und den „Teilflächennutzungsplan Windenergie“ überarbeitet. Von den einst angedachten vier möglichen Gebieten sind Lühlerheim und Rüste übrig geblieben.

Die Fläche Lühlerheim hat laut aktueller Planung eine Größe von 36,9 Hektar. Hier könnten drei Windkraftanlagen der „Multimegawattklasse“ entstehen. In Rüste sind 48,8 Hektar mit Platz für ebenfalls drei Anlagen vorgesehen.

Ob der heftige Gegenwind der Bürger noch etwas ausrichten kann, wird sich bei der Abstimmung im Planungsausschuss zeigen. Diese Entscheidung wird übrigens noch nicht endgültig sein. Der geänderte Teilflächennutzungsplan wird im Anschluss erneut einen Monat lang ausgelegt. In dieser Zeit haben die Bürger wieder das Wort ...

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel